Weitere Erkenntnisse und Sichtweisen sind auch in meinem "Tagebuch" Olafs Utopia zu finden, auf der Website über die Freien Systemischen Aufstellungen (dort die "Erkenntnisse") oder hier oben unter meiner "Philosophie".

 

 

Texte

 

Alle Sichtweisen/Texte stammen von mir. Die Aktuellsten stehen oben.

Ich freue mich, wenn du mir Ähnlichkeiten zu Texten anderer mitteilst,

damit ich die entsprechenden Urheber hier integrieren kann.

Die Bilder sind kostenfrei und rechtefrei der Website pixabay.com entnommen.

 

 

 

 

2.2.2019

 

 

Eine neue Definition von "Ego"

 

Viele Menschen sprechen über das Ego, als ob es etwas Verkehrtes sei.

Ich habe eine Erklärung gefunden, wie das Ego als etwas vollkommen „Natürliches“ erkannt werden kann. Die Folge: Wir können freier damit umgehen und haben mehr Verständnis für andere und für uns selbst.

Mein Problem war bisher: Ich lese viele Texte, in denen das “Ego” auf negative Weise betont wird. „Egozentrierte“ Menschen werden abgewertet. Das Ziel sei, sich vom Ego zu befreien. „Egofreie“ Menschen seien „gute“ Menschen. Ich hatte schon immer ein Problem damit, anderen Menschen zu folgen, wenn sie von “Ego” sprachen, weil ich immer wahrnahm, dass die meisten Menschen “Ego” negativ bewerten.
Außerdem wusste ich die ganze Zeit nicht, was das Ego eigentlich ist. Und habe mich immer gefragt, was genau von den Menschen als “Ego” bezeichnet wird. Niemand hatte bisher eine Erklärung, die ich als “stimmig” empfinden konnte.

Meine Lösung: Jetzt habe ich selbst einen Weg gefunden, es mit meinen Mitteln so zu beschreiben, dass es sich für mich vollkommen “natürlich” und “normal” und “wertfrei” anhört. Und ich möchte Euch gerne an meiner Erkenntnis teilhaben lassen.
Ich habe beobachtet, dass es überall “Heilungshierarchien” gibt und dass diese Heilungshierarchien fast alle unsere Kontakte bestimmen. Was ist eine Heilungshierarchie?
Sobald ein Unfall auf der Autobahn passiert, gelten neue Regeln: Die übrigen Autos halten an oder fahren vorsichtig um den Unfall herum, wenn Platz ist. Es wird im Stau eine Rettungsgasse gebildet. Den Verletzten wird sofort so gut wie möglich geholfen. Der Krankenwagen bekommt Vorrang. Niemand fährt mitten durch die Unfallstelle und macht alle anderen platt, weil er einfach nur weiterfahren will und ihm die Verletzten egal sind.
Oder wenn wir uns am Finger verletzen, dann richten wir unsere gesamte Aufmerksamkeit auf den verletzten Finger und kümmern uns um ihn. Wir kleben ein Pflaster auf die Wunde, schützen die Wunde und sorgen dafür, dass die Verletzung optimal heilen kann.

Also: Im Schmerz wird dem Schmerz ein Vorrang eingeräumt mit dem Ziel, die Verletzung wieder zu heilen. Damit eine Verletzung heilen kann, muss sie vor weiteren Verletzungen geschützt werden und sie muss optimal versorgt werden. Sie steht also in unserer Aufmerksamkeit ganz oben in der Hierarchie. Das nenne ich “Heilungshierarchie”. Ein verletzter Mensch benötigt maximalen Schutz und maximale Aufmerksamkeit, um optimal heilen zu können.
Das ist völlig natürlich. Und genau DAS ist das Ego.

Ein Mensch, der egozentriert zu handeln scheint, ist in Wirklichkeit an einem bestimmten Punkt in seiner Seele irgendwann einmal zutiefst verletzt worden und hat diese Verletzung bis heute noch nicht heilen können. Immer, wenn er in Kontakt mit dieser Verletzung kommt (wenn das entsprechende Hirnareal getriggert wird durch Äußerungen anderer Menschen oder durch bestimmte Situationen, die der Verletzungssituation ähnlich sind), entwickelt er das Bedürfnis, in der Hierarchie ganz oben zu stehen, um sich maximal geschützt zu fühlen und maximale Aufmerksamkeit für die Heilung zu erhalten. Nur – derjenige heilt in der Realität dann leider oft nicht, weil ihm die Hintergründe seines Verhaltens nicht mehr bewusst sind und er sich selbst nicht um die Heilung dieser Verletzung in sich selbst kümmert. Oder weil das Umfeld sein Bedürfnis nach Heilung nicht richtig (an)erkennt und ihm diesen Vorrang letztendlich nicht wirklich einräumen kann. Denn sein Umfeld wird durch das Hierarchie-Verhalten des anderen oft selbst an eigene Verletzungssituationen erinnert und will dann auch in der Hierarchie ganz oben stehen und beginnt, denjenigen zu bewerten und herabzustufen. Ego kämpft gegen Ego.

Die Verletzung eines Menschen kann nur heilen, wenn das Umfeld ihm tatsächlich den vollen Vorrang in der Heilungshierarchie gibt und ihm verständnisvoll und wissend (wie eine fürsorgliche Mutter gegenüber einem bedürftigen Baby) alles das für die Heilung zur Verfügung stellt, was er braucht, UND wenn derjenige selbst diese Angebote nutzt, um seine Verletzung dann auch wirklich zu heilen (wie z. B. tränenreiche Verarbeitung durch diese berührende Situation, in der sein Umfeld ihm komplett und verständnisvoll zur Verfügung steht - siehe dazu Der Mann, der sich glücklich weinte).

So fühlt sich für mich die Definition von “Ego” stimmig an. Jemand stellt sich in der Hierarchie selbst nach oben, weil er zumindest auf unbewusster Ebene in einem bestimmten Bereich Heilung wünscht und das Umfeld ihm dabei optimal dienen soll.
Und da wir durch unsere Kindheit mit vielen schmerzlichen Erfahrungen, in denen uns unser Umfeld nicht verstanden oder sogar schmerzvoll behandelt hat, voll sind mit ungelösten unverarbeiteten seelischen Verletzungen, suchen wir permanent nach einem Umfeld, das uns helfen kann, indem es sich uns und unseren Wünschen anpasst. Deswegen beobachten wir permanent unser Umfeld – in der unbewussten Hoffnung, irgendwann einmal doch die Heilungshierarchie erleben zu dürfen, die wir in unserer Kindheit durch ein abwertendes Umfeld nicht erleben konnten.
Ein sehr großes Trauma, das wir fast alle haben: Wir haben als Kind etwas gewünscht – und unser Umfeld hat uns nicht verstanden und uns vielleicht für diesen Wunsch sogar bestraft (ich nenne das “Bad End” – als Gegenteil zu Happy End). Ab da suchen wir nach einem Umfeld, das uns WIRKLICH versteht (Happy End), denn dann würde diese Wunde in uns heilen. Deswegen brauchen wir ein Publikum, das unsere Sichtweisen versteht – und kritisieren dann dieses Publikum, wenn es uns missversteht oder nicht verstehen will.
So wird für mich ein Schuh draus.

Ein Video, in dem ich die Heilungshierarchie ausführlich erkläre und auf manche Alltagssituationen übertrage, findet Ihr hier: Heilungshierarchien beeinflussen alle Ab Minute 10:30

Ein Video, in dem ich das Bad End in unserem Gehirn und die entsprechenden Auswirkungen ausführlich erkläre, findet Ihr hier: Der größte Feind der Menschheit: Bad Ends Ab Minute 8:00

 

 

 

 

Die Happy-End-Alternative

21.12.2018

 

 

 

Erweitere deine Glücksgefühle

mit einer tiefgreifenden und nachhaltigen Technik!

 

Im Folgenden zeige ich dir eine von mir entwickelte Gedankentechnik. Du wirst schon beim Lesen den ersten Erfolg spüren können. Mit dieser Technik kannst du deine Gefühle in deinem gegenwärtigen Leben nachhaltig ins Positive verändern und das Positive noch mehr ausbauen.

 

Damit diese Technik wirken kann, musst du von drei Zusammenhängen überzeugt sein:


1. Unser Gehirn ist in der Lage, verschiedene Dinge UNABHÄNGIG voneinander zu repräsentieren.
Denke an deinen allerschönsten Urlaub. Wo warst du? Wie war das Wetter?
Wahrscheinlich wirst du dich jetzt bei deinen Gedanken daran sehr wohl fühlen.
Denke an dein schrecklichstes Erlebnis. Was hat dir in der Vergangenheit besonders wehgetan? Und jetzt beobachte, wie dein Gefühl auf diesen Gedanken in der Gegenwart reagiert.
Als du an deinen wundervollen Urlaub gedacht hast, hat sich das toll angefühlt und du hast NICHT gleichzeitig an dieses schreckliche Erlebnis gedacht. Daran kannst du ganz einfach ablesen, dass dein Gehirn in der Lage ist, an wundervolle Dinge zu denken, ohne dass gleichzeitig alle unangenehmen Erinnerungen geweckt werden. Die Erinnerungen und Vorstellungen existieren UNABHÄNGIG voneinander.

 

 

2. Wenn Kinder auf die Welt kommen, bringen sie nicht nur ihre eigenen Bedürfnisse mit, sondern in erster Linie tiefes Mitgefühl für ihr Umfeld.
In der Neurowissenschaft hat man mit Babys verschiedene Experimente durchgeführt und hat entdeckt, dass Babys – noch bevor sie sprechen lernen – Mitgefühl für ihr Umfeld besitzen. Sie können das Angenehme für einen anderen Menschen erkennen und entscheiden sich selbst immer für dieses Angenehme.
Daraus habe ich die These entwickelt, dass es Kindern nicht in erster Linie darum geht, dass ihre Bedürfnisse erfüllt werden, sondern dass ihr Umfeld dabei glücklich ist. Kinder wollen in erster Linie ein glückliches Umfeld, weil dieses Umfeld sich dann auch optimal um das Kind kümmern kann. Ein Kind, dessen Bedürfnis von einem Erwachsenen erfüllt wird, der dabei unglücklich ist, fühlt sich nicht wirklich wohl bei der Bedürfnisbefriedigung. Ich habe ausführlich in dem Text „Kinder haben Mitgefühl“ darüber geschrieben (siehe hier unten am 28.11.2018).


Für uns Erwachsene gilt das auch: Seit Jacqueline ihren Schlaganfall hatte, reagiert sie ganz unmittelbar auf ihr Umfeld. Unterstütze ich sie und mir geht es selbst dabei super gut, dann ist sie glücklich. Unterstütze ich sie, während ich selbst ein Problem habe (ohne es zu kommunizieren), dann fühlt sie sich nicht so wohl mit meiner Hilfe. So hat sie während der Rehabilitation auch auf ÄrztInnen und PflegerInnen reagiert.


Wir Menschen kennen es auch aus dem Sex. Wenn einer von beiden ein Problem hat und sich nicht ganz frei beim Sex fühlt, es aber nicht mitteilt, dann spürt der andere das trotzdem auf einer anderen Ebene. Es “fließt” nicht wirklich oder es bleibt am Ende unbefriedigend.

 

Wir fühlen uns am wohlsten, wenn unser Umfeld glücklich ist.

 

 

3. Tränen haben einen tiefen Sinn und gehören zum Leben wie das Lachen.
Wenn wir weinen, entwickelt sich unser Gehirn auf besonders extreme Weise weiter und löst stressende Zusammenhänge auf, die vorher noch fest miteinander verknüpft waren. Durch diese Auflösung befreit sich das Gehirn und ist offen für neue Verbindungen, die der aktuellen Realität mehr entsprechen. Deswegen hängt „endgültiger Abschied“ (Änderung im Außen) oft mit Tränen zusammen (entsprechende Änderung im Inneren). Unterdrücken wir unsere Tränen, dann bleibt das Gehirn in unangenehmen Verknüpfungen stecken, die uns depressiv fühlen lassen. Können unsere Tränen aber frei fließen, dann fühlen wir uns anschließend besser und freier.

 

 

Wenn du von diesen drei Zusammenhängen überzeugt bist, kann die Technik, die ich gleich beschreiben werde, frei wirken. Ich selbst habe bereits tolle Erfahrungen damit gemacht und mein Alltag hat sich in den Situationen, in denen ich ab und zu noch Stress hatte oder eine Bremse fühlte, verbessert. Was sich konkret geändert hat:
- Ich habe noch mehr positive Gefühle und reagiere offener auf Unstimmigkeiten in meinem Umfeld.
- Ich weiß noch besser, wie ich es mir wünsche und was ich genau will. Dadurch habe ich noch mehr Klarheit und Gelassenheit in meinem Leben.
- Ich bin bei Dingen, die mich vorher nicht so mitgerissen hatten oder bei denen ich mich irgendwie gebremst fühlte, viel viel motivierter (echt genial!).

 

Erläuterung vorweg
Jeder von uns hat unangenehme Erlebnisse in seiner Kindheit erfahren, die teilweise heute noch dafür sorgen, dass wir uns gebremst fühlen, dass wir Angst vor schmerzhaften Folgen haben, dass wir uns nicht trauen, etwas zu tun, oder dass wir uns in der Gegenwart einfach nicht frei fühlen, alles tun zu können, was wir tun wollen.
Viele „Speaker“, die uns erzählen, wie glückliches Leben geht, wollen uns davon überzeugen, dass wir alles umsetzen können, wenn wir es nur wirklich wollen. Oft klären sie uns aber nicht darüber auf, was genau uns bremst und warum wir etwas nicht „wirklich wollen“ können.
Ich habe erkannt, dass frühere unangenehme Erlebnisse, die sich nicht zu einem Happy End weiterentwickelt haben, in unserem Gehirn als „Bad End“ gespeichert bleiben und immer wieder aktiviert werden, wenn uns in der Gegenwart irgendetwas an dieses damalige „Bad End“ erinnert. Dies ist uns oft gar nicht bewusst. Wir haben nur in der Gegenwart irgendein seltsames Gefühl – und halten uns dann entsprechend zurück, tun etwas nicht, fühlen Energielosigkeit oder Unstimmigkeit. Obwohl in Wirklichkeit nichts dagegen spricht, etwas tatsächlich zu tun oder umzusetzen.
Diese bremsende Wirkung früherer unangenehmer Erlebnisse können wir verändern, indem wir unserem Gehirn  NEUE WAHLMÖGLICHKEITEN  zur Verfügung stellen.

 

 

Die Happy-End-Alternative

Stelle dir eine Situation in deiner Kindheit vor, die unangenehm verlaufen ist, weil dein Umfeld sich nicht glücklich gefühlt hat. Beispiel: Du hast als Kind etwas getan und deine Eltern teilten dir mit, dass das nicht gut war. Vielleicht haben sich deine Eltern dabei streng verhalten oder haben dich sogar bestraft.
Diese Erinnerung war damals Realität und ist jetzt in deinem Gehirn als Erinnerung gespeichert. Weil du weißt, dass es keine andere Realität gab, hast du dich bisher gar nicht erst bemüht, deinem Gehirn eine neue „Erinnerung“ anzubieten. Du hast deinem Gehirn keine weitere Wahlmöglichkeit gegeben. Dementsprechend kann diese Erinnerung immer nur auf eine Weise wirken: unangenehm.


Weil unser Gehirn verschiedene Dinge UNABHÄNGIG voneinander repräsentieren kann, biete nun deinem Gehirn eine neue Wahlmöglichkeit an, indem du dir intensiv vorstellst, wie damals diese Situation ausgegangen wäre, wenn deine Eltern mit dem, was du getan hast, glücklich gefühlt hätten.
Wenn nun in dir zunächst der Widerspruch kommt: „Meine Eltern hätten niemals glücklich reagiert!“, dann bist du wieder zu der Erinnerung gerutscht, die unangenehm für dich war. Mach dir wieder bewusst, dass es jetzt NICHT um die Wiederholung der Erinnerung geht, sondern um eine selbst erschaffte neue Wahlmöglichkeit für dein Gehirn.
Dabei geht es auch nicht darum, das, was damals passiert ist, zu verleugnen. Es ist so passiert, wie es passiert ist. Das bleibt als Erinnerung im Gehirn.


Und jetzt erschaffe eine neue Wahlmöglichkeit und stelle dir intensiv vor, wie die Situation damals ausgegangen wäre, wenn deine Eltern (wie durch ein Wunder!) mit dem, was du getan hast, glücklich gefühlt hätten. Fühle dich intensiv in diese neu kreierte Situation ein. Beispiel: Du hast als Kind etwas falsch gemacht und deine Eltern sind glücklich darüber, dass das passiert ist und dass sie dir nun erläutern können, wie es richtig wäre, wie es besser geht und wie du optimal aus deinem Fehler dazulernen kannst.
Wie fühlt sich diese selbst erschaffene Situation für dich an?
Ich gehe davon aus: Weil du dir ein glückliches Umfeld vorstellst, fühlst du dich mit diesem Gedanken ebenfalls glücklich.


Und nun?


Ab jetzt kannst du dich IMMER an zwei Dinge erinnern:
- an die damalige Situation, wie sie wirklich passiert ist.
- an die damalige Situation, wie sie sich wundervoll für dich angefühlt hätte, wenn sie gelöst und glücklich ausgegangen wäre.
Dein Gehirn hat nun eine neue UNABHÄNGIGE Wahlmöglichkeit bezüglich dieser damaligen Situation. Diese wirkt sich positiv auf dein gegenwärtiges Leben aus, so wie die schmerzhafte Erinnerung sich negativ ausgewirkt hatte.

 

Du kannst nun noch weitere vergangene unangenehme Situationen in deinem Leben hervorholen und dir dazu neue Vorstellungen kreieren:
„Wenn damals mein Umfeld glücklich gefühlt hätte, wie wäre es abgelaufen und wie hätte sich das für mich selbst angefühlt?“

 

Es könnte vielleicht sein, dass es dir schwer fällt, diese positiven Bilder zu erschaffen. Das könnte daran liegen, dass du gelernt hast, dass Tränen vermieden werden sollten. Öffne dich dafür, dich von diesen positiven, glücklichen Bildern/Geschichten/Happy Ends ganz ganz tief berühren zu lassen – und deine dann eventuell auftauchenden Tränen fließen zu lassen (wie bei einem Happy End im Kino, das dich tief berührt). Je offener du für den Tränenfluss bist, der entsteht, wenn dich etwas tief und positiv berührt, umso leichter wird es dir fallen, dir wundervolle Situationen vorzustellen und dich davon tief berühren zu lassen.

 

Diese Technik kannst du auch auf frisch erlebte unangenehme Erfahrungen anwenden. Hast du heute ein verletzendes Verhalten von einem anderen Menschen erfahren, dann male dir nun intensiv und ausführlich das Happy End aus: Wie wäre die Situation verlaufen, wenn sowohl der andere als auch du selbst glücklich gewesen wären? Gib deinem Gehirn eine zusätzliche Wahlmöglichkeit, so dass du dich sowohl an das schmerzvoll Erlebte als auch UNABHÄNGIG DAVON  an deine positive Fantasie erinnern kannst. Beides.

 

Ich wünsche dir von ganzem Herzen ganz viel Erfolg mit dieser Technik!


Wenn du positive Veränderungen dadurch erlebst, dann berichte mir darüber gerne per E-Mail. Ich würde mich sehr freuen. Auch wenn du kaum oder andere Wirkungen erlebt hast, kannst du es mir gerne schreiben. Das interessiert mich genauso. Und wenn irgendetwas mit dieser Technik nicht klappt, vielleicht kann ich dir dann noch etwas weiterhelfen?
Wenn du möchtest, betrachte deine Mitteilung mir gegenüber als einen kleinen Ausgleich dafür, dass ich dir hier meine Technik kostenfrei zur Verfügung gestellt habe. Als ein Happy End für uns beide.   :-)

 

 

 

28.11.2018

 

 

 

Kinder haben Mitgefühl

 

Sehr oft wird immer noch davon ausgegangen, dass Kinder darunter leiden, zu wenig Liebe und Zuwendung zu erhalten. Doch in Wirklichkeit geht es Kindern nicht darum, geliebt zu werden. Kinder wollen, dass die Erwachsenen in der Lage sind, offen und einfühlsam zu sein und lieben zu können. Kinder wollen die Erwachsenen glücklich sehen! Dann sind sie auch glücklich. Denn Kinder leiden darunter, dass Erwachsene in bestimmten Situationen nicht in der Lage sind, Liebe und Zuwendung und Einfühlungsvermögen leben zu können. Kinder leiden mit den Erwachsenen mit, dass diese so verschlossen sein müssen. Deswegen passen sie sich oft an, weil sie davon ausgehen, die Erwachsenen dadurch glücklich machen zu können.

 

Erwachsene können oft nicht offen sein, weil sie mit eigenen unerledigten Bedürfnissen zu kämpfen haben, dabei sich auf sich selbst konzentrieren müssen, sich verschließen, sich gegen Störungen von außen wehren und auf diese Weise eine „Distanz“ zum Umfeld erzeugen. Das fühlt sich im Kontakt mit diesen Erwachsenen für das Kind sehr schmerzvoll an.

Sind Erwachsene aber offen und empathisch, dann leben sie auch automatisch eine tiefe Verbindung zum Kind und das Kind fühlt keine Distanz mehr. Es fühlt, dass alle zusammengehören, miteinander verbunden sind und glücklich sein können.

 

Das ist ein kleiner aber sehr feiner Unterschied! Denn wenn wir es so betrachten, dann kümmern wir uns nicht mehr in erster Linie um das Kind und „was es braucht“, sondern in erster Linie um unser eigenes Wohl. Wenn wir selbst glücklich und offen und einfühlsam sein können, dann behandeln wir auch das Kind automatisch liebevoll und geben ihm automatisch das, was es benötigt – aus Liebe und Mitgefühl. Und dann fühlt sich das Kind rundum wohl.

 

Wenn wir uns selbst nicht gut fühlen und verstecken unsere schlechte Stimmung und gehen mit dem Kind (scheinbar) freundlich um, damit das Kind nichts merkt, dann geht der Schuss nach hinten los. Denn das Kind spürt, dass irgendetwas nicht stimmt, und rebelliert gegen die „Lüge“ und gegen das „Versteckspiel“ der Erwachsenen. Es will Authentizität.

Die Erwachsenen können authentisch mit ihren Problemen sein, wenn sie das Kind vor der schlechten Stimmung des Erwachsenen mit z.B. folgenden Worten schützen: „Mir geht es gerade nicht gut. Ich habe ein Problem. Aber du kannst nichts dafür – auch wenn du es gerade ausgelöst hast. Du hast mich nur an etwas Ungelöstes in mir erinnert und das muss ich selbst lösen.“ Oder eine Mutter, die sich gerade scheiden lässt: „Ich habe es gerade sehr schwer, deinen Vater zu lieben. Ich kann es gerade nicht, weil ich selbst Probleme habe. Ich versuche meine Probleme durch die Trennung von deinem Vater zu lösen. Aber du hast damit nichts zu tun. Ich liebe dich und dein Vater liebt dich, auch wenn wir es gerade nicht zeigen können. Als Eltern bleiben wir immer zusammen und lieben dich. Als Paar trennen wir uns. Und ich kann auch aus ganzem Herzen verstehen, dass du unseren Schmerz mitfühlst und es dir weh tut.“

 

Genügend Studien beweisen, dass Kinder, die nur wenige Monate alt sind, Mitgefühl besitzen und sich mitfühlend verhalten. Kinder bringen Mitgefühl mit auf die Welt. Und mit dieser Fähigkeit können sie sehr viel besser als die meisten Erwachsenen mitfühlen, wie die Stimmung in ihrem Umfeld gerade ist.

Genau deshalb können wir Kinder als Barometer für unsere eigene Stimmung nutzen (als „Spiegel“ für uns selbst). Wenn sie gegen uns rebellieren, dann ist das ein Zeichen dafür, dass wir gerade selbst ein Problem haben und dieses Problem lösen wollen, indem wir dem Kind etwas verbieten oder dem Kind Grenzen setzen oder dem Kind etwas Unechtes vorspielen. Dadurch wird aber das Problem nur auf das Kind verlagert – und nicht wirklich gelöst. Und das Kind wehrt sich gegen diese Übertragung.

 

Beispiel: Hat der Erwachsene Angst davor, dass sich der Nachbar durch den Kinderlärm gestört fühlt, dann setzt der Erwachsene den Kindern Grenzen. Sie sollen ruhig sein. Die Kinder fühlen unbewusst mit, dass der Erwachsene gerade ein Problem hat und das fühlt sich für das Kind nicht gut an. Es wünscht, dass es dem Erwachsenen gut geht. Und entweder es rebelliert und kämpft darum, dass der Erwachsene sein Problem selbst löst. Oder es richtet sich nach der gesetzten Grenze – aber mit Leidgefühlen. Und zwar nicht, weil es nicht mehr laut spielen darf, sondern weil der Erwachsene mit seinem Problem eine Distanz ausstrahlt, die weh tut. Das Kind fühlt sich ausgeschlossen. Und dann macht auch das Spielen keine Freude mehr.

 

Kinder, die sich irgendwann zu Tyrannen entwickeln, tun das, weil sie auf der unbewussten Ebene Erwachsenen auf radikale Weise zeigen wollen: „Schaut mal, womit ihr Probleme habt! Ihr könnt mich nicht lieben, wie ich bin. Und ihr könnt mir nicht klar und liebevoll und empathisch den Sinn einer Grenze erklären. Und ihr könnt es deswegen nicht, weil ihr selbst noch Angst habt und nicht wisst, wie ihr das lösen könnt.“

 

Schauen wir auf unsere eigene Kindheit, dann können wir uns wieder bewusst machen, wie sehr wir unser damaliges Umfeld geliebt haben und wie sehr wir deshalb darunter gelitten haben, wenn die Erwachsenen um uns herum viele Probleme mit sich, mit anderen Erwachsenen und mit uns Kindern gehabt haben. Dies tut noch heute in der Seele weh. Warum? Weil wir immer noch mitfühlende Wesen sind. Das verändert sich nie. Allerdings blenden wir als Erwachsener nur manchmal unser Mitgefühl aus, um das Leid des Mitfühlens erträglich zu halten.

Bleibt noch die Frage: Wie kommt es dazu, dass wir im Laufe der Zeit die Überzeugung entwickelt haben: Erwachsene sind traumatisiert, weil sie in ihrer Kindheit zu wenig Anerkennung und zu wenig Liebe erhalten haben?

Weil sich durch die Strafen der Eltern und der Lehrer allmählich ein anderes Bild in den Vordergrund schiebt. Denn eine „Strafe“ wird immer so kommuniziert: „Ich muss dich bestrafen, weil DU einen Fehler gemacht hast. Deswegen nehme ich dir jetzt etwas weg.“
Durch solche Aussagen konzentriert man sich in so einer Situation auf das Wegnehmen, auf die Strafe. Und dann beginnt das Kind zu denken: „Ich bekomme weniger, ich bekomme zu wenig.“

Außerdem steht bei dieser Strafe das Kind als „Problem“ im Mittelpunkt. Es wird bei so einer Strafe nicht mehr kommuniziert, dass eigentlich der Erwachsene gerade das Problem hat und das Kind dafür bestrafen will. Und so lernt das Kind, dass es selbst etwas falsch gemacht hat und dass ihm etwas weggenommen wird. Daraus entwickelt sich das Bild: Ein Kind hat Mangel erfahren. Doch in Wirklichkeit hat ein Kind den Mangel in seinem Umfeld schmerzvoll miterlebt und mitgefühlt.

 

Die Lösung? Kümmere dich darum, immer offener, freier und einfühlsamer zu werden. Verarbeite deine durch dein Mitgefühl erlebten Verlusterfahrungen von früher und in der Gegenwart. Entweder mithilfe von Tränen-Yoga oder mit Hilfe von unabhängigen Happy-End-Visualisierungen oder beides (siehe das Buch „Hilfe! Ich stehe unbewusst zur Verfügung“). Auf diese Weise entdeckst du dein Mitgefühl wieder und kannst es befreien.
Die Kinder und Erwachsenen um dich herum werden es dir danken.

 

Weitere Sichtweisen zum Thema und Ausführungen zum Tränen-Yoga sind auch im Buch „Die Kriegs-Trance“ zu finden. Ausführliche Leseprobe hier: KLICK

 

 

 

27.11.2018

 

 

   

 

 

Es gibt keine "Traurigkeit"

 

Es gibt nur das Bedürfnis des Gehirns, sich an eine neue Gegenwart anzupassen.

 

Wenn wir Babys beobachten, dann gibt es die Freude und es gibt das Weinen. Aber es gibt keinen Zustand der Traurigkeit. Die Traurigkeit entsteht erst, wenn das Weinen nicht mehr fließen darf. Es ist der Zustand zwischen Verlusterlebnis und Tränenausbruch. Und wenn wir uns das Weinen nicht mehr erlauben, dann bleiben wir in diesem Zwischenzustand stecken – und nennen es „Traurigkeit“. Die Traurigkeit ist in Wirklichkeit das Bedürfnis des Gehirns, in Tränen auszubrechen und das Erlebte zu verarbeiten – aber wir erlauben diese Verarbeitung nicht mehr. Und so sind wir „nur“ traurig – ohne den Weg weiterzugehen.

 

Wenn wir in diesem Zustand einen anderen Menschen weinen sehen, dann denken wir, dass er „traurig“ ist. Aber in Wirklichkeit verarbeitet er gerade ein Verlusterlebnis und passt sich im Gehirn der neuen Gegenwart an. Unterbricht er aber seinen Verarbeitungsprozess und hört auf zu weinen, noch bevor alles verarbeitet ist, dann bleibt ein Rest Traurigkeit zurück. Denn das Gehirn will immer noch weiter verarbeiten.

 

Wir können also an unserer Stimmung erkennen, ob wir etwas vollständig verarbeitet haben oder nicht. Macht uns irgendetwas traurig, dann will unser Gehirn an dieser Stelle immer noch weinen dürfen.

Erst wenn es vollständig verarbeitet ist, sind wir wieder frei und haben unsere volle Energie zur Verfügung, in der Gegenwart glücklich zu fühlen und uns auf etwas Neues zu konzentrieren.

 

Was bedeutet es für uns Erwachsene, wenn wir die Tränen wieder vollständig in unser Leben integriert haben? Wir entwickeln ein neues Menschenbild – und damit auch „Weltbild“. Wir erkennen immer öfter, wo überall Menschen aus einem noch unverarbeiteten Schmerz heraus Entscheidungen treffen, die anderen Menschen nicht gut tun. Wir sehen, wo die Menschen ihr Mitgefühl für andere Menschen abgestellt haben, weil sie zu traurig werden würden, wenn sie wieder mitfühlen würden. Sie würden zu stark mit ihren eigenen unverarbeiteten Schmerzen konfrontiert werden.

Denn dort, wo wir uns im Gehirn nicht der neuen Gegenwart anpassen und der Traurigkeit durch Tränen Ausdruck verleihen, dort bleibt unser Gehirn in einem „alten“ Zustand hängen. Dieser unverarbeitete Zustand kann dann in der Gegenwart immer wieder neu „angeregt“ werden und unangenehme Gefühle hervorrufen, die in dem Moment unser Verhalten und unsere Entscheidungen steuern. Dies geschieht so lange, bis irgendwann dieses Erlebnis durch Tränen „wirklich“ verarbeitet wurde.

 

Ich habe im Alter von 22 Jahren damit begonnen, meine Tränen aus der Kindheit zurückzuerobern. Innerhalb von sechs Jahren habe ich es geschafft, die Tränen wieder ganz normal in meinen Alltag zu integrieren, wie wir es von Kindern kennen. So erlebe ich es inzwischen regelmäßig: Gibt es etwas Schmerzhaftes zu erleben oder zu erinnern, dann gebe ich mir den Raum, darüber zu weinen. Dadurch löst sich etwas in meinem Gehirn und ich kann anschließend mit voller Energie und Freude mein Leben weiterleben. Auf diese Weise konnte und kann ich das Schicksal meiner Frau Jacqueline, die eine Blutung im Gehirn erleben musste und nun mit den körperlichen Folgen dieses Schlaganfalls lebt, mit voller Energie und Kraft begleiten. Ich kann über das Verlorene weinen (mit ihr zusammen oder allein) und anschließend wieder mit voller Energie und Freude meine Frau in ihrer Rehabilitation unterstützen.

 

Was ich als besonders „interessant“ erlebt habe, als ich meine Tränenprozesse wieder vollständig in den Alltag integrierte: Nach jedem Weinen wird offensichtlich mein Gehirn „freier“, denn ich erlebe jedes Mal in den Tagen danach neue Erkenntnisse, verstehe neue Zusammenhänge, spüre noch mehr Mitgefühl mit meinem Umfeld (ich wusste gar nicht, dass sich Mitgefühl und Verständnis immer noch weiter steigern lassen …).

Beispielsweise kann ich das Verhalten und die Entscheidungen von Donald Trump ganz klar in dem Rahmen seiner Familie sehen: Ich sehe nicht den Präsidenten, sondern ich sehe den kleinen Jungen, der sich im Kontakt mit seinen strengen Eltern schmerzvoll behaupten musste. Jetzt projiziert er alles Unverarbeitete auf die Welt – und die Menschen reagieren entsprechend auf ihn, sofern sie sich selbst in ihren eigenen unverarbeiteten Schmerzen triggern lassen. Denn sein Verhalten erinnert an strenge, strafende Eltern. Wer aber durch vollständige Schmerzverarbeitungen Mitgefühl mit seinen eigenen (evtl. strengen) Eltern entwickeln konnte, reagiert anders auf Donald Trump:

- Man wertet ihn nicht mehr ab, sondern man sieht den schmerzvollen Zusammenhang zu seinen Eltern und hat Mitgefühl für ihn, dass er sich heute immer noch so schmerzhaft und verschlossen verhalten muss, wie er sich verhält.

- Man versucht nicht mehr, ihn von etwas anderem überzeugen zu wollen, sondern man erkennt, dass er auf „vernünftige“ Weise nicht erreichbar ist, und schaut nur noch, was wirklich im Kontakt mit ihm „nötig“ und „möglich“ ist – und den Rest lässt man einfach und weiß: Er müsste seine eigenen unverarbeiteten Verlusterlebnisse verarbeiten, um sich selbst immer mehr zu öffnen. Solange er das nicht tut, wird er diese Verhaltensmuster beibehalten. Man respektiert sein schmerzvolles Schicksal, wünscht ihm aus ganzem Herzen das Allerbeste und versucht selbst, das Beste aus dieser Situation zu machen und so gut wie möglich denjenigen Menschen in ihrer Schmerzverarbeitung zu helfen, die unter seinen Entscheidungen leiden.

 

Weitere Zusammenhänge und Sichtweisen, die sich aus der Perspektive eines „Tränen-Yogis“ ergeben, sind in meinem Buch „Die Kriegs-Trance“ zu finden. Und in dem Buch „Das trifft sich gut“ berichten Jacqueline und ich davon, wie wir lösend mit unserem aktuellen Schicksal umgehen.

 

 

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Weitere Erkenntnisse und Sichtweisen sind auch in meinem "Tagebuch" Olafs Utopia zu finden, auf der Website über die Freien Systemischen Aufstellungen (dort die "Erkenntnisse") oder unter meiner "Philosophie".

 

 

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