Das Schreiben als PDF-Datei

 

 

Mein öffentliches Schreiben zum Thema
Impfpflicht, Spaltung, Empathie und Mitgefühl

 

 

Es kann vorkommen, dass ich den folgenden Text auf dieser Website ab und zu aktualisiere. Die ursprüngliche Fassung dieses Schreibens vom 15.12.2021 findest du als PDF-Datei HIER. Eine Verbreitung dieses Schreibens ist ausdrücklich erwünscht.

 

Vorab Klärungen möglicher Missverständnisse (Stand: 18.12.2021):

Ich habe bereits Reaktionen auf dieses Schreiben erhalten und möchte Folgendes verdeutlichen:

- Ich äußere mich in diesem Schreiben weder für noch gegen eine Impfpflicht. Ich betone neue empathische Möglichkeiten im Umgang mit einer möglichen Impfpflicht. Aber auch, wenn die Impfpflicht einen großen Raum einnimmt, ist mein Hauptthema des Schreibens das größere Problem des "abgestellten Mitgefühls". Für dieses Problem biete ich in diesem Schreiben eine allumfassende Lösungsmöglichkeit an, die nicht nur die Spaltung in Deutschland verschwinden lassen würde ...

 

 

Aktueller Stand: 18.12.2021

 

Dieses Schreiben wird folgenden Personen / Institutionen zur Verfügung gestellt:
Bundespräsident, Bundestagspräsidentin, Bundesregierung, Ministerpräsident*innen der Länder, RKI, PEI, Corona-Expertenrat, Ethikrat, Leopoldina, mehreren kirchlichen Institutionen, ARD, ZDF u.v.m.

 

Betrifft: Pandemie, „Spaltung“ in Deutschland, Impfpflicht, empathischer Umgang miteinander

Lesezeit: 20 Minuten

 

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

 

Sie bekleiden in Deutschland eine verantwortungsvolle Position und beeinflussen damit die Meinungsbildung weiter Teile der Bevölkerung. Deswegen schreibe ich Ihnen.

 

Kurz zu meiner Person: Ich gebe meinem Beruf die Bezeichnung „Empathie-Spezialist“. Da es aktuell für einen solchen Beruf keine Ausbildung gibt, bin ich meinen Weg autodidaktisch gegangen und kann Ihnen daher leider keinen Doktortitel vorweisen. Ich freue mich, wenn diese Tatsache für Ihre Wahrnehmung meiner folgenden Erkenntnisse und Empfehlungen keine Rolle spielt. Alle weiteren Informationen über mich finden Sie unter www.olafjacobsen.com.

 

Neben der aktuell herrschenden pandemischen Lage auf der Welt sehe ich eine zweite große sehr entscheidende Herausforderung. Ich nenne sie „abgestelltes Mitgefühl“. Den allgemein gesellschaftlichen Zustand des abgestellten Mitgefühls betrachte ich als die Ursache der sogenannten „Spaltung“ in Deutschland (siehe dazu mehr weiter unten im Abschnitt über "Spaltung").
Wenn sich ein Kind entgegen der Warnung der Eltern verletzt und die Eltern reagieren mit: „Ich hab´ dir doch gesagt, dass du aufpassen sollst!“, dann haben sie in dem Moment ihr Mitgefühl für die Verletzung des Kindes abgestellt.
Wenn Eltern wollen, dass ihr Kind gehorcht und das Kind wehrt sich mit Händen und Füßen schreiend dagegen, dann werden viele Eltern streng. Gleichzeitig sind die Eltern davon überzeugt, dass ihre Ziele „richtiger“ sind als die Ziele des Kindes, und rechtfertigen so ihre Strenge. Auch diese Haltung ist die Folge eines abgestellten Mitgefühls für das aktuelle Leid des Kindes. Man entwürdigt das Kind inklusive seiner momentan wirkenden Wünsche, weil man damit die Hoffnung verbindet, das Kind zu einer „Einsicht“ zu bewegen (bereits hier wird das Grundgesetz Art. 1, Abs. 1 „Menschenwürde“ gewohnheitsmäßig unreflektiert verletzt, wodurch schon in der Kindheit das Bewusstsein für Entwürdigungen eingeschränkt wird).

 

Das empathische Kunststück ist, sein eigenes Ziel beizubehalten und gleichzeitig für den anderen, der bei diesem Ziel nicht mitmachen will/kann, volles Mitgefühl zu haben, anstatt streng zu werden und den anderen mit seinem leidvollen Abwehrverhalten abzuwerten.
Ich habe Kontakt zu einer Ärztin, die in ihrer Klinik allein auf weiter Flur dafür wirbt, Mitgefühl für Ungeimpfte zu haben, anstatt sie entwürdigend zu bewerten. Dabei wird sie selbst bewertet als „esoterisch“ oder „zu gut für diese Welt“. Ich empfehle, dass diese Ärztin von „ganz oben“ für ihre empathische Haltung öffentliche Unterstützung erfährt, indem diese Haltung auf der politischen und wissenschaftlichen Ebene vorgelebt und in Medien entsprechend verbreitet wird.

(Wichtig: "Mitgefühl" heißt nicht "Nachgeben", sondern "Verstehen können" und "Begleiten" der anderen Seite in ihrem Leid, während man gleichzeitig seinen eigenen Zielen treu bleiben kann.)

 

Ein weiteres empathisches Kunststück ist, nicht den anderen Menschen persönlich zu bewerten oder zu bekämpfen und ihn dadurch zu entwürdigen, sondern sich allein auf die Ziele zu konzentrieren. Man schaut auf das eigene Ziel und kommuniziert klar, dass das (als „allgemein berechtigt“ zu würdigende) Ziel des anderen nicht zum eigenen Ziel passt.

 

Das höchste empathische Kunststück ist, dem anderen sogar noch mitzuteilen, dass er nichts dafür kann, dass man selbst dieses Ziel verfolgt und dadurch das Ziel des anderen als „nicht zum eigenen Ziel passend“ einstuft. Auf dieser höchsten Stufe lösen sich gegenseitige Schuldzuweisungen in Luft auf und es entsteht Raum dafür, das jeweils andere Ziel vom anderen Standpunkt einfühlsam (empathisch) nachvollziehen zu können, ohne das eigene Ziel dabei aufzugeben.

 

Übertragen auf unsere aktuelle gesellschaftliche Situation ist meiner Erfahrung nach die höchste empathische Grundhaltung: Keiner der Ungeimpften kann etwas dafür, dass viele Menschen das Ziel verfolgen, die pandemische Lage durch Impfungen in den Griff zu bekommen, und dementsprechend werten, was zum Ziel führt und was nicht.
Und umgekehrt: Keiner der Impfbefürworter kann etwas dafür, dass viele Ungeimpfte das Ziel haben, ihren Körper frei von Impfstoffen zu belassen, und dementsprechend werten, was zum Ziel dazugehört und was nicht.

 

Grundsätzlich gilt: Wenn wir ein Ziel verfolgen, ist es unvermeidbar, dass all diejenigen Menschen „aus dem Rahmen fallen“, die andere Ziele verfolgen. Es entstehen automatisch auf natürliche Weise Wertungen in uns: „Das gehört zu meinem Ziel dazu und das nicht.“ Möchten wir ein empathisches Miteinander vorleben, geht es also nicht darum, wertfrei zu bleiben, sondern es geht darum, die durch Ziele natürlich entstandenen Wertungen so schmerzfrei wie möglich zu kommunizieren. Am besten mit viel Respekt vor dem anderen unpassenden Ziel, mit viel Mitgefühl und Würdigung gegenüber demjenigen, der mit seinen Zielen nicht zu unseren eigenen Zielen passt.

 

Dabei erachte ich es als äußerst wichtig, das „unpassende Gegenüber“ aus der Hauptverantwortung zu entlassen, dass die Ziele unterschiedlich sind. Egal wie unvernünftig das Ziel des anderen und wie vernünftig das eigene Ziel erscheint – niemand kann genau wissen, aus welchem (schmerzvollen) Schicksal heraus oder aus welcher Befürchtung (Angst) heraus sich das Ziel des Gegenübers gebildet hat und ihm selbst daher als vernünftig erscheint.
Im empathischen Miteinander werden beide Ziele auf einer höheren Ebene immer als „gleichwertig“ gewürdigt.
Innerhalb dieser würdigenden Haltung konzentriert sich jeder auf sein eigenes Ziel. Wenn man dann sein Ziel gegenüber dem anderen ohne vorherige Einigung so durchsetzt, dass der andere von seinem Ziel loslassen muss, bietet man dem anderen einen fairen Ausgleich an. Denn jede Durchsetzung eigener Ziele ohne vorausgegangene Einigung ist für das Gegenüber immer eine Grenzüberschreitung, die nach fairem Ausgleich ruft – in der Not auch radikal (dazu mehr im Abschnitt über „Spaltung“ unten).

 

Impfpflicht

 

Übertragen auf die aktuelle Impfpflicht-Diskussion:
    - Setzen sich die Impfbefürworter mit ihrem Ziel durch, dass die Ungeimpften verpflichtet werden, sich impfen zu lassen, könnten sich fairerweise die Impfbefürworter gleichzeitig selbst verpflichten, den Ungeimpften einen entsprechend fürsorglichen Ausgleich zu bieten. Diesen meines Erachtens aktuell notwendigen Ausgleich bei Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland führe ich im nächsten Absatz aus.
   - Setzen sich umgekehrt die Ungeimpften mit ihrem Ziel durch, sich nicht impfen zu lassen, könnten sie sich fairerweise gleichzeitig selbst verpflichten, den Impfbefürwortern für ihr Ziel (= Pandemie in den Griff bekommen) einen fürsorglichen Ausgleich zu bieten, z. B. eine klare Kontaktreduzierung und/oder einen Verzicht, bei einer eigenen Corona-Erkrankung mit schwerem Verlauf im Krankenhaus behandelt zu werden o. ä.

 

Was passiert durch eine Einführung einer allgemeinen Impfpflicht?
Eine Impfpflicht ist die gesetzliche Durchsetzung eines Ziels. All diejenigen, die dieses Ziel nicht teilen, können nichts dafür, dass der Gesetzgeber dieses Ziel hat (= höchste Stufe der Empathie, siehe oben).
Wenn von Menschen ein Ziel (Pandemie in den Griff bekommen) verfolgt wird und sie wollen, dass andere Menschen ihnen dabei helfen, dann werden die anderen Menschen normalerweise gefragt oder gebeten. Wie bisher geschehen (heißt: bisher gibt es noch keine allgemeine Verpflichtung zur Impfung). In diesem Fall möchte nun aber die Regierung die Ungeimpften verpflichten, der Regierung bei ihrem Ziel zu helfen.
Im fairen und empathischen Umgang miteinander ist derjenige, der einen anderen zu einer Hilfe verpflichtet, dann auch bereit, eventuelle negative Folgen, die für den anderen daraus entstehen KÖNNTEN, nach bestem Wissen und Gewissen vollständig auszugleichen. Ansonsten wirkt diese Verpflichtung als „Ausnutzung“ des Gegenübers. Die Regierung „benutzt“ durch eine Impfpflicht die Körper der Ungeimpften, um das Ziel zu erreichen, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Sollte eine Impfung (auch nur minimale) negative Folgen für einen Menschen haben, sehe ich eine einfühlsame und faire Regierung in der Pflicht, diese Folgen sorgfältig zu identifizieren als auch vollständig auszugleichen.
Wird also ein Mensch zur Impfung verpflichtet, dann sehe ich umgekehrt die empathische Pflicht der Verpflichter, allerhöchste Fürsorglichkeit für die Verpflichteten auszuüben.


Durch meine folgenden Fragen weise ich auf die aktuell existierenden Lücken in dieser Fürsorglichkeit hin (wobei ich keinen vollständigen Überblick und kaum wissenschaftliche oder juristische Kenntnisse besitze. Es kann also durchaus sein, dass ich Lücken sehe, wo keine mehr sind. In dem Fall schlage ich eine entsprechend verstärkte und präzisierte Kommunikation in allen Medien vor).

 

Ich empfehle allen Impfbefürwortern, im Falle einer Impfpflicht den Impfverpflichteten die folgenden Fragen so transparent wie möglich zu beantworten als auch die Lücken, die durch diese Fragen bewusst werden, zu schließen:

1. Wie bemühen sich die Bundesregierung und/oder die Wissenschaftler*innen ganz konkret, die Folgen einer neu entwickelten Impfung nach der Zulassung auch weiterhin genauestens zu erforschen? Werden z. B. an alle Geimpfte Fragebogen verteilt und wieder eingesammelt? Werden großflächig die Veränderungen der Immunsysteme von Geimpften durch die Impfung beobachtet?
   Erläuterung dieser Frage: Wenn ein Impfstoff zugelassen und empfohlen ist, sehe ich aktuell, dass anschließend nur diejenigen Nebenwirkungen registriert werden, die auch von Geimpften bzw. ihren Ärzt*innen gemeldet werden und die als „Verdachtsfall“ anerkannt werden. Es wird nicht aktiv weiter erforscht. Man geht nicht auf die Geimpften zu und bittet sie gezielt um Hilfe für die weitere Erforschung. Es werden keine Fragebögen an alle Geimpften weitergereicht und ausgewertet. Es werden keine weiteren körperlichen Untersuchungen durchgeführt und dokumentiert. Viele Nebenwirkungen können auf diese Weise nicht erfasst werden. Weitere Hindernisse: Vielen Geimpften fällt es wahrscheinlich schwer, neue Vorgänge im Körper / im Gefühl selbstständig der Impfung zuzuschreiben. Oder die von den Geimpften beschriebenen beobachteten Zusammenhänge werden ärztlich nicht anerkannt („psychosomatisch“) und daher nicht weitergereicht. Oder Nebenwirkungen wie „Kopfschmerzen“ werden als „bekannt“ eingestuft und nicht weiter eingehend in ihrer Unterschiedlichkeit untersucht.

 

2. In welchem Zeitraum werden Symptome als mögliche Impfschäden integriert und erforscht?
   Erläuterung: Es gibt eine offensichtliche Lücke in der Impfschäden-Forschung: Wenn eine Geschädigte Monate nach einer Impfung plötzlich eine „neue Krankheit“ an sich erlebt, wird sie es kaum noch der Impfung zuschreiben. Auch ihre Ärztin könnte dies übersehen und keine entsprechende Verbindung knüpfen. Man behandelt diese Folge als „neues Symptom“ - nicht als Folgeerscheinung. Die Zahl derjenigen, die eine Verbindung vermuten, reduziert sich, je weiter die Impfung in der Vergangenheit liegt. Aktuell wird oft behauptet, dass Impfungen nur wenige oder keine Langzeitfolgen haben. Aber kann behauptet werden, dies gezielt aktiv erforscht zu haben, indem man Geimpfte dazu auffordert, die kommenden fünf Jahre intensiv den eigenen Körper zu beobachten und jede neue Erkrankung zu melden? Werden dann diese Meldungen genauestens als mögliche Impffolgen individuell erforscht mit dem Ziel, einen bisher biologisch verdeckten Zusammenhang neu entdecken zu können?

 

3. Welcher wissenschaftliche Maßstab und welche wissenschaftlichen Methoden werden für die Entscheidung verwendet, welches emotionale oder körperliche Symptom als Impffolge zu werten ist und welches nicht?
    Erläuterung: Mit dieser Frage zeige ich auf, dass eine klare Definition nötig ist, was ein Impfschaden ist und was nicht. Ohne eine solche Definition haben Ärzt*innen und alle Beteiligten die Möglichkeit, einen auftretenden Schaden als „Unabhängig von der Impfung“ einzustufen und damit alle weiteren nötigen Konsequenzen im Sande verlaufen zu lassen. Leidtragende bleibt die Geimpfte.

 

4. Wohin kann sich ein Mensch mit möglichem Impfschaden wenden, damit der Impfschaden zuverlässig festgestellt werden kann?
    Erläuterung: Diese Frage zeigt die Hilflosigkeit vieler Menschen auf, die sich mit ihrem neuen Symptom/Impfschaden allein und orientierungslos in der Welt bewegen. Selbst Allgemeinärzt*innen wissen aktuell meiner Einschätzung nach nur selten, was genau zu tun ist und woran man sich genau orientieren kann. Oder sie mischen sich mit ihrer „fachlichen“ Meinung, die bezüglich Corona noch gar nicht „fachlich“ genannt werden kann, ein und verzerren dadurch den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess. Geschädigte brauchen meines Erachtens eine klare öffentlich kommunizierte Orientierung, wer in der Lage ist, einen Impfschaden zuverlässig festzustellen, und welcher fein justierte wissenschaftliche Maßstab dabei verwendet wird.

 

5. Welche Entschädigung bei welchem Impfschaden erhält ein Mensch vom Staat?
    Erläuterung: Ein von der Bundesregierung Verpflichteter (seinen Körper für einen bestimmten gesellschaftlichen Heilungsweg bezüglich der Pandemie zur Verfügung zu stellen) wünscht sich höchstwahrscheinlich ZUVERLÄSSIG einen Ausgleich für sein eventuell auftretendes Leiden, falls sein Körper mit dieser Impfung nicht zurechtkommt. Mit dieser Frage zeige ich auf, dass aktuell diese Zuverlässigkeit (oder die Kommunikation darüber) fehlt und die Regierung viel Raum hat, sich für dieses Leiden nicht oder nur teilweise verantwortlich zu sehen (z. B. indem die Hürden für eine Klage zu hoch sind oder indem nur geringe finanzielle Ausgleichsmittel zur Verfügung gestellt werden, die dem Leiden nicht gerecht werden). Meiner Ansicht nach sollte die Beweislast bei einer Impfpflicht auf der Seite des Verpflichters stehen: Er muss beweisen, dass ein nach der Impfung aufgetretenes neues Symptom KEINE Folge der Impfung ist. Kann er das nicht, so hat er fürsorglich einen angemessenen finanziellen Ausgleich für den Verpflichteten zu leisten.

 

Ich bin davon überzeugt, dass eine transparente und einfühlsame Beantwortung all dieser Fragen sowohl im Falle einer eintretenden Impfpflicht als auch bereits innerhalb der Diskussion darüber im Vorfeld vielen Verpflichteten den Eindruck einer empathischeren Bundesregierung vermittelt als bisher und daher zu mehr Vertrauen und zu einer noch größeren Impf-Bereitschaft führen könnte.

 

Spaltung

 

Allerdings wird es einen „harten Kern“ in der Bevölkerung geben, der sich auch weiterhin dominiert fühlen wird. Diese Menschen haben ihr Mitgefühl gegenüber Führungspersönlichkeiten und ihren Entscheidungen abgestellt. Entweder weil sie aktuell ein abgestelltes Mitgefühl bei eben dieser Führungsperson erleben und sich zu ihr „in Resonanz“ verhalten, oder weil sie es durch ihren Lebenslauf gewohnt sind, dass Führungspersonen ihr Mitgefühl meistens abgestellt haben, und deshalb nun selbst grundsätzlich mit einem abgestellten Mitgefühl reagieren.
Ich empfehle Ihnen in diesem Fall, Ihr eigenes Mitgefühl wieder zu öffnen. Üben Sie Mitgefühl für all diejenigen, die ihr Mitgefühl abgestellt haben oder abstellen müssen, weil sie sich selbst in einer für sie sehr bedrohlichen Lage befinden. Üben Sie dieses Mitgefühl, ohne dabei Ihre eigenen Ziele aufgeben zu müssen.
Damit Ihnen „Mitgefühl für abgestelltes Mitgefühl“ gelingen kann, erläutere ich im Folgenden mein Verständnis dafür, wie ein abgestelltes Mitgefühl zustande kommt.


Hintergrund zur aktuellen gesellschaftlichen Lage, der sogenannten „Spaltung“:
Studien mit Kleinkindern zeigen, dass sie bereits im vorsprachlichen Alter dazu in der Lage sind, Empathie und Mitgefühl zu erkennen. Sie entscheiden sich grundsätzlich für das Spielzeug, an das vorher vom Versuchsleiter eine Mitgefühls-Situation geknüpft wurde.
Ich behaupte: Wir sind von Geburt an empathische und mitfühlende Wesen.
Wie kommt es dann zu abgestelltem Mitgefühl – und damit zu dem aktuellen Eindruck einer „Spaltung“ in Deutschland und in der Welt?
Leider haben sehr viele Menschen in ihrer Kindheit Eltern gehabt oder Erwachsene erlebt, die aus gesellschaftlicher Gewohnheit heraus einen strengen Tonfall angeschlagen haben, wenn man nicht den Vorstellungen der Erwachsenen entsprochen hat. Neben der für das Kind schmerzlichen Unterschiedlichkeit der Wünsche zwischen Erwachsenen und Kind wird das Kind durch ein solch strenges Verhalten der Erwachsenen zusätzlich traumatisiert.
Da so ein Verhalten immer noch in unserer Gesellschaft üblich ist, eigene Ziele mit Strenge und ohne Mitgefühl für das Gegenüber durchzusetzen, ist kein Raum vorhanden, solche Traumata aus der Kindheit aufzuarbeiten und nachträglich in „Mitgefühl für die Eltern / Erwachsenen“ zu transformieren. Mehr noch: Durch unempathisches Verhalten anderer Menschen wird das Trauma getriggert und aufgefrischt („geboostert“), so dass die bereits Traumatisierten keine Chance haben, in einem offenen und liebevollen Rahmen das eigene Mitgefühl wieder zu befreien. Dies geschieht nicht nur im privaten oder beruflichen Bereich, sondern leider auch in der Öffentlichkeit, in der Arbeit der Medien, auf politischer Ebene etc. Überall ist strenge Kritik als gewohntes „normales“ Verhaltensmuster wahrzunehmen. Die Entwürdigungen, die dadurch geschehen, werden nicht mehr registriert. Auf diese Weise wird der Zustand eines allgemein abgestellten Mitgefühls aufrechterhalten. Dieser Zustand kommt nun in der Pandemie durch zwei sich klar unterscheidende Ziele (Maßnahmen / keine Maßnahmen) besonders deutlich zum Vorschein und zeigt sich durch gegenseitige strenge entwürdigende Kritik als schmerzliche Spaltung – und nicht mehr nur als „normaler von beiden Seiten gewürdigter Unterschied“.

 

Meine Erkenntnis, die ich hier zur Verfügung stelle: Jede offene oder indirekte Kritik ist grundsätzlich entwürdigend, weil sie automatisch (ohne Einigung) voraussetzt, dass das eigene Ziel „richtiger“ ist als das Ziel des Kritisierten. Würdevoll ist stattdessen eine klare und freundliche Beschreibung des eigenen Ziels, die klare und freundliche Mitteilung, welchen Unterschied man zum gleichwertigen Ziel des Gegenübers wahrnimmt, und die klare und freundliche Mitteilung, welche Konsequenz man aus diesem Unterschied zieht.

 

Aus diesem eben beschriebenen gesellschaftlichen Zustand des abgestellten Mitgefühls lässt sich die Existenz von Radikalität sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik und in den Medien herleiten.
Radikal handelnde Menschen speisen ihre Energie aus denjenigen Kindheitserfahrungen, in denen man mit den eigenen Zielen, die nicht zu den Zielen der Eltern passten, von den Eltern streng abgewertet und ausgeschlossen und damit entwürdigt worden ist („Spaltung“ zwischen Erwachsenen und Kind). Solche Kinder kämpfen beim Heranwachsen auch weiter um Anerkennung der eigenen Bedürfnisse und entwickeln sich zu Erwachsenen, die sich (im schlimmsten Fall radikal) gegen unausweichliche/strenge Bestimmungen wenden – egal um welche Bestimmungen es dabei geht und welche Ziele dahinter stecken. Allein die Tatsache, dass man einer Einschränkung begegnet (ob durch eine Führungsebene oder durch Bevölkerungsgruppen), berechtigt gefühlsmäßig zu Widerstand. In so einem gewohnten Widerstands-Zustand ist Verständnis und Mitgefühl für die „Einschränkungen/Angriffe durch andere Menschen“ nicht lebbar, weil es selbst nie erlebt und entwickelt wurde und aktuell immer noch nicht erlebt wird.

 

Daher lautet meine Empfehlung, die die Basis meines gesamten Schreibens darstellt: Leben Sie als Person in verantwortungsvoller Position „von oben“ fürsorgliches Mitgefühl und ernsthaftes Verständnis vor, um der Bevölkerung ein Feld zur Verfügung zu stellen, in welchem ganz allmählich, Schritt für Schritt, ein empathisches Echo heranwachsen kann.
Umgekehrt kann auch jede(r) in der Bevölkerung vorangehen und ihr/sein Mitgefühl gegenüber abgestelltem Mitgefühl in den Führungsebenen entfalten. Beide Seiten sind in diesem Punkt grundsätzlich unabhängig voneinander.
Ich appelliere: Gehen Sie alle mit Mitgefühl und Verständnis für den Zustand von abgestelltem Mitgefühl voran, anstatt Radikalisierungen radikal zu kritisieren, egal auf welcher Ebene Sie sich befinden und auf welcher Ebene die Radikalisierungen stattfinden.
Auf politischer Ebene wird die aktuell auftauchende Spaltung in Deutschland also nicht nur durch sich radikal wehrende Ungeimpfte heraufbeschworen, sondern auch durch darauf mit radikaler Härte und Strenge reagierende Menschen (mit abgestelltem Mitgefühl) in verantwortungsvollen Positionen.

Wer sagt, dass es keine Spaltung gäbe, verkennt die Gefühle all derjenigen, die sich durch Kritik schmerzlich entwürdigt fühlen.

 

Abschließende Empfehlung:

 

Ich empfehle, zwei Gruppen in unserer Gesellschaft gleichermaßen in der Hierarchie ganz nach oben zu stellen und zu würdigen: Einmal die Gruppe derjenigen, die durch eine Corona-Erkrankung mit schweren Folgen oder dem Tod bedroht werden könnten, als auch die Gruppe derjenigen, die durch eine Impfung oder durch weitere Medikamente mit schweren Folgen oder dem Tod bedroht werden könnten.
Würdigen Sie beide Gruppen, ohne durch eine Wahrscheinlichkeitsrechnung diese beiden Gruppen zu unterscheiden und ohne für eine solche Bedrohung eine Voraussetzung zu definieren. Allein die Befürchtung eines Menschen genügt, ihn einer der beiden zu würdigenden Gruppen zuzuordnen.
Sie entwürdigen eine der beiden Gruppen, sobald Sie behauptend mitteilen, dass diese Gruppe keine Befürchtungen zu haben brauche.
(Das gilt, wenn man behauptet, dass eine Impfung „grundsätzlich sicher“ sei, als auch wenn man behauptet, eine Covid-19-Erkrankung sei „nur“ eine schwere Grippe.)

 

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Erreichung Ihres Ziels, die Pandemie in den Griff zu bekommen, und unterstütze Sie sehr gerne darin – innerhalb des Rahmens meiner eigenen Ziele.

 

Olaf Jacobsen, Karlsruhe, den 14.12.2021

 

Das Schreiben als PDF-Datei

 

 

 

© Copyright 2014 - 2021 Olaf Jacobsen

Impressum | Sitemap | Datenschutz

 

https://www.gratis-besucherzaehler.de/ zur Webseite Frontpage Besucherzähler