Hier möchte ich in nächster Zeit einen Blog
entstehen lassen, in dem Sie auch Kommentare zu meinem Tagebuch abgeben
können. Doch noch ist es nicht so weit. Bis dahin dürfen Sie
sich damit begnügen, hier einfach meine Gedanken und Erfahrungen
zu lesen, über die ich schreibe.
Allerdings besteht auch die Möglichkeit, mir als Reaktion eine
Email
zu schreiben, die ich dann hier hineinsetzen könnte. Falls Ihre
Email hier veröffentlicht werden darf, bitte ich Sie, dies extra
zu erwähnen.
Achtung: Das Tagebuch beginnt unüblicherweise mit dem ersten Eintrag. Die neuesten Einträge sind hinten zu finden.
Seite 1 /
Seite 2 /
Seite 3 /
Seite 4
Donnerstag 3.4.2008 - 15.15 Uhr
So, das ist also mein erster Eintrag. Ich habe eine Weile nachgedacht
und war im Zwiespalt, worüber ich denn hier überhaupt
schreiben möchte. DASS ich schreiben möchte - kein Zweifel.
Aber in welchem Rahmen? Denn es gibt da auch so bestimmte Grenzen. Am
liebsten möchte ich ja wirklich alles aufschreiben, was ich hier
so denke und was ich erlebe. Aber es würden dann auf jeden Fall
Persönlichkeitsrechte anderer Menschen verletzt - und das
möchte ich natürlich nicht. Ich glaube, es ist ein schmaler
Grad.
Es gibt da so die eine Seite in mir, die einfach euphorisch und
begeistert alles erzählen möchte, was mich beschäftigt.
Die entspricht meiner kindlichen Seite. Ich komme als Kind nach Hause
und erzähle meiner Mutter begeistert alles, was ich erlebt habe.
Natürlich in der Hoffnung, dass sie auch begeistert ist und meine
Freude teilt, für mich da ist.
Ohne Zweifel gibt es diesen Wunsch auch heute noch in mir. Und ich
halte ihn auch für normal, finde diesen Wunsch bei vielen anderen
Menschen wieder, die sich im Internet veröffentlichen, auch wenn
sie ihren Ausdrucksdrang hinter anderen Absichten verstecken.
Ist nicht das ganze Leben eine Suche nach Wellenlängen? Nach
Verständnis des anderen? Und dadurch auch nach Bestätigung
für sich selbst? Nach Orientierung in der Gemeinschaft?... ja,
alles nicht neu, was ich hier gerade denke.
Und da stellt sich auch jetzt gleich die nächste Frage. Habe ich
hier den Anspruch, Neues zu schreiben? Mit welchem Hintergrund schreibe
ich hier? Mit welcher eigentlichen Absicht? Was ist mein Ziel, mein
Wunsch? Nach welchem Gleichgewicht?
Basis ist auf jeden Fall der momentane Erfolg meines fünften
Buches "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung". Das ist so
unglaublich ... so phänomenal... - und nicht nur meine Verlegerin
Monika Jünemann und die Pressefrau des Verlags Julia
Niewöhner kamen auf die Idee - ich hatte selbst schon den
Gedanken, einen Blog zu eröffnen, in dem die Möglichkeit
bestehen würde, mich mit Menschen direkt zum Thema oder über
andere Themen auszutauschen. Oder umgekehrt formuliert: In dem die
Möglichkeit für interessierte Menschen besteht, sich mit mir
auszutauschen.
Natürlich ist da auch die Sorge: Wenn ich mich jetzt auf meine
ganz "natürliche" und spontane Weise zeige, sind dann die Leute
nicht eher enttäuscht von mir, weil sie vielleicht einen Autoren
erwartet haben, den sie für sich als "Vorbild" nehmen können
- und dann machen sie die Erfahrung, dass dieser immer bekannter
werdende Autor, der "Shooting-Star" im Bereich Lebenshilfe-Ratgeber,
auch nur ein gewöhnlicher Mensch ist mit seinen Stärken und
Schwächen?
Habe ich mir da mit meinem Buch nicht eine zu hohe Hürde vorgelegt, über die ich jetzt nicht springen kann?
Andererseits: Niemand außer mir hat dieses Buch geschrieben. Und
eigentlich habe ich ja in dem Buch auch nichts anderes gemacht, als
über mich und meine Gedanken und Erfahrungen geschrieben zu
haben.... Ich merke, ich befinde mich hier irgendwie
gefühlsmäßig in einem Konflikt, den ich noch gar nicht
so richtig in Worte fassen kann. Ich suche noch, was es genau ist.
Gleichzeitig eröffne ich mit diesem Suchprozess hier mein Tagebuch
- auf der anderen Seite ist ja genau dieses Tagebuch der Auslöser
für diesen Suchprozess...
Ich bin gespannt, wie ich es löse.
Ja, auf jeden Fall war ein Gedanke von mir, mich hier auch mit allen
Überlegungsprozessen zu zeigen, wie ich über mich und erlebte
Situationen nachdenke. Und genau das geschieht gerade. Das ist
eigentlich mein Hauptanliegen. Ich möchte gerne Menschen daran
teilnehmen lassen, wie ich über bestimmte Ungleichgewichte
nachdenke und dann auch zu Ergebnissen komme. Denn ist nicht unser
Leben auch zum großen Teil neben den vielen Freuden, die wir
erleben, ein Reifungsprozess an den Ungleichgewichten und Aufgaben und
Problemen, die sich uns in den Weg stellen? Dumme Frage. Klar ist es
das. Ist auch den meisten ziemlich klar ...
Möchte ich hier "Vorbild" sein?? Mich dadurch auf einen Thron stellen?
23.10 Uhr
Vorhin auf dem Fahrrad, als ich zu meinem Abendworkshop "Freies
Aufstellen" fuhr, ist mir etwas klar geworden. Wenn ich denke, ich habe
hier etwas Neues gefunden, erfunden, beschrieben, auf die Welt
gebracht, dann fühle ich diesen mächtigen Anspruch, als
"Entdecker" plötzlich allen Erwartungen anderer Menschen
entsprechen zu müssen. Und dann ist Verwirrung da, ich setze mich
unter Druck, ich habe Lampenfieber, genüge mir nicht, habe das
Gefühl, dass die Hürde zu hoch ist, etc.
Wenn ich aber denke: Wir Menschen haben alle das gleiche Potenzial. Im
Grunde haben wir auch alle das gleiche universelle Wissen in uns, in
unseren Gefühlen, in unserem Körper. Wir unterscheiden uns
höchstens voneinander darin, dass wir einen unterschiedlichen
Zugang zu diesem Wissen haben. Aber im Grunde hat jeder das Potenzial
in sich, so wie ich es in mir selbst fühle.
Und wenn ich dann einen Vortrag halte oder ein Seminar gebe oder einen
Workshop begleite, dann habe ich nicht die Rolle eines Menschen, der
anderen etwas (Neues?) zeigt, sondern ich habe die Rolle eines
Menschen, der das, was sowieso überall und bei jedem vorhanden
ist, in seine ganz eigenen Worte fasst. Dann sehe ich mich "nur" noch
als einer von vielen - wir sind eine Gemeinschaft. Wir alle haben
Zugang. Und immer, wenn einer etwas formuliert, hören ihm andere
zu. Das ist normal. Und jeder hat die Wahl, ob er etwas formuliert oder
nicht. Wenn ich mich nicht aus dieser Gemeinschaft herausgehoben
fühle, nur ab und zu mal etwas formuliere, meinetwegen auch vor
größerem Publikum, dann ist auf einmal das gesamte
Anspruchsgefühl weg - und ich fühle mich viel mehr mit meinen
Zuhörern verbunden, auf einer Ebene, ebenbürtig.
So kann ich jetzt viel gelassener meiner Lesung nächste Woche in
Stuttgart entgegenschauen. Es wird ein Treffen sein mit Menschen, die
auch schon alle das gedacht und erlebt haben, was ich dort in Worte
fassen werde, spontan oder vorgelesen. Und wir genießen gemeinsam
einfach nur dieses Zusammensein. Schönes Gefühl. Ich freu
mich drauf.
Freitag 4.4. - 13.45 Uhr
Ich habe gerade wieder einen Text bei Amazon eingesetzt - eine Reaktion
auf jemanden, der über das Buch begeistert ist. Und dabei habe ich
gedacht, hier doch einmal darauf hinzuweisen, wo man alles Texte von mir finden kann.
Im Januar habe ich für eine gute Woche im The-Secret-Forum im
Thread "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung" mich sehr intensiv
geoutet. Das war meine erste Erfahrung damit, mich und meine Gedanken
der Öffentlichkeit zur "Schau" zu stellen. Hat eigentlich gar
nicht so weh getan ....
Sie finden das hier:
http://www.the-secret.de/forum/viewtopic.php?f=11&t=1064
Und - wie eben schon angedeutet - reagiere ich immer mal wieder gerne
auf Leute, die bei Amazon im Diskussionsforum über mein Buch
schreiben. Das finden Sie, wenn Sie
hier draufklicken und auf der dann erscheinenden Seite ganz nach unten rollen. Oder ich habe Amazon-Leserrezensionen kommentiert.
Warum ich das so zusammenfasse? Warum ich so darauf hinweise, wo ich Texte verfasse?
Weil ich selbst als Beobachter von mir immer wieder begeistert bin, was
mir meine Intuition für Gedanken zuströmen lässt. Ich
erlebe, dass da jemand etwas schreibt oder fragt - und dann auf einmal
habe ich ganz klare Gedanken dazu. Die kommen einfach, und ich schreibe
- und fühle nach dem Schreiben: "Wow!"
So ging es mir mit dem Buch auch - so geht es mir immer wieder ...
nicht immer. In manchen Situationen fließt es überhaupt
nicht. Und das hängt dann manchmal auch damit zusammen, dass ich
da jemandem innerlich zur Verfügung stehe, bei dem ich keinen
"richtigen" Freiraum fühle, einfach alles drauflos zu schreiben.
Irgendwie fehlt dann die Resonanz. Oder es will etwas aus mir
herauskommen, wo ich schon genau weiß: Das wird derjenige aber
gar nicht mögen. Und dann lasse ich es lieber. Nur wenn ich
konkret den Auftrag habe, den anderen zu provozieren, würde ich es
dann formulieren.
... oder ich mache es aus Versehen, dass ich jemanden provoziert habe,
und er sich dann verständnislos zurückzieht ... und auch das
gehört dann dazu.
Und was natürlich auch dazugehört: Vielleicht stecke ich
gerade selbst in einem Ungleichgewicht und etwas in mir sucht nach
Klarheit und kann im Moment nichts Klares formulieren.
22.40 Uhr
Der Hammer!! Der absolute Hammer!!!
Ich hatte eben gerade den Einführungsabend für die
Ausbildungsgruppe zum Moderator für Freie Systemische
Aufstellungen. Wir haben am heutigen Abend u.a. drei
Doppelblindaufstellungen durchgeführt.
Beschreibung einer Doppelblindaufstellung: Ein Teilnehmer denkt
sich 4 Personen aus und schreibt die Namen auf 4 Zettel. Diese Zettel
werden gefaltet, so dass nicht gelesen werden kann, was drauf steht.
Die Zettel werden gemischt. 4 Teilnehmer aus der Gruppe ziehen jeweils
einen Zettel - ohne darauf zu schauen - und stecken den Zettel in die
Hosentasche. Dann fühlen sich die 4 Teilnehmer in die jeweilige
durch den verdeckten Zettel zugeteilte Rolle ein und beginnen eine
intuitive Aufstellung. Keiner weiß wirklich, wer welche Rolle
spielen soll. Nur die aufstellende Person weiß, welche 4 Personen
im Spiel sind, aber nicht, welcher Stellvertreter welchen Zettel hat.
Die aufstellende Person, die sich die 4 Personen ausgedacht hat, muss
nun aufgrund der Verhaltensdynamiken der Stellvertreter erraten, wer
welchen Zettel in der Tasche hat.
Beim ersten Versuch hat die erste Teilnehmerin der Ausbildungsgruppe
tatsächlich alle Stellvertreter richtig erraten können. Die
zweite Teilnehmerin hat ihre Doppelblindaufstellung nur bei einem
Stellvertreter richtig erraten können. Und bei der dritten
Doppelblindaufstellung haben wir eine höchst interessante
Erfahrung gemacht!
Sie hat die beobachtenden Gruppenmitglieder eingeweiht, welche Personen
sie sich ausgedacht hatte (für die beobachtenden Gruppenmitglieder auf ein
Flipchart geschrieben, das so stand, dass die Stellvertreter es nicht lesen konnten):
1. Polizist, 2. Bettler, 3. Helfer, 4. Lottogewinner. Die Stellvertreter blieben uneingeweiht.
Die 4 Stellvertreter (wohlgemerkt: Keiner wusste, welchen Zettel die
jeweiligen Stellvertreter in den Hosentaschen hatten!) nahmen sofort ziemlich
eindeutige Positionen ein. Einer stand z.B. breitbeinig im Raum und
sagte: "Gleich gibt´s Ärger!". Wir Beobachter haben
natürlich alle gedacht, dass dies der Polizist sein müsse, d.h. dass
dieser Stellvertreter den Zettel mit der Notiz "Polizist" in der
Hosentasche hatte. Wir fragten ihn: ... "Bettler" war seine Antwort, stand auf seinem Zettel. Also - falsch geraten.
Im Nachhinein könnte die Deutung passen, dass der Bettler
tendenziell Aggressionen hat ...
Dann wussten wir nicht weiter. Und ich kam (angeregt durch einen
vergangenen Hinweis eines früheren Aufstellungsteilnehmers) auf
die Idee, den Lottogewinn dazuzustellen, um zu schauen, ob der sich
vielleicht zum Stellvertreter mit dem Zettel "Lottogewinner" gesellen
würde.
Ich suchte also jemanden aus der beobachtenden Gruppe als einen
Stellvertreter für "Lottogewinn" aus - ohne der Gruppe oder dem
Stellvertreter mitgeteilt zu haben, wofür ich ihn ausgesucht
hatte. Die Bezeichung "Lottogewinn" behielt ich heimlich für mich.
Ich hatte nur der Gruppe gesagt, dass ich eine Idee hätte und
etwas ausprobieren wolle. Und was passierte? Der Stellvertreter des
Lottogewinns bewegte sich ganz konkret zu einem der übrigen
Stellvertreter. Ich vermutete, dass auf dem Zettel dieses Stellvertreters nun "Lottogewinner"
stehen müsste - er schaute nach: Bingo!
Blieb also nur noch die Frage: Welcher der übrigen ist der Polizist und welcher der Helfer?
Wir stellten verdeckt noch einen weiteren Stellvertreter als "Verbrecher" dazu.
Tatsächlich bewegte sich einer der übrigen beiden
Stellvertreter zu diesem neuen Stellvertreter - es war derjenige, der
den Zettel "Polizist" in der Hosentasche hatte!
Es klappt! Immer wieder! Absolut genial!!!
Montag 7.4. - 12.46 Uhr
Hallo Olaf,
ich möchte mich hier am Rande mal bedanken für Dein
Tagebuch. Das ist sehr erfrischend und lebendig und ich habe mich darin
sehr wiedergefunden. Auch ich bin eine leidenschaftliche Schreiberin und habe über
Jahre hinweg immer wieder genossen meine Gedanken, ob wirr oder unreif, verzweifelt
oder harmonisch und von den Zufällen des Lebens und somit den Gaben des Universums
überwältigt festzuhalten… diese nach einiger Zeit wieder zu lesen und noch einmal in diese Gefühle zu
tauchen sind ein großes Geschenk. Meist entdeckt man auch erst hier den roten Faden, der zu
einem höheren Ziel führen sollte. Das- auf den Sockel stellen und etwas darstellen müssen,
kenne ich sehr gut. Aber meistens setze ich mich selber viel zu sehr unter
Druck. Du hast Recht- wir haben alle das Urwissen des Seins in uns-
manchmal muss man nur jemanden hören, einen Artikel lesen oder darauf hingewiesen werden um sich wieder
zu erinnern- und wenn wir es zugeben kommt uns dies dann ganz und gar nicht neu vor, sondern verwandt
und bekannt.
Der „Zufall“ ;-)) hat mich auf den morgigen Abend aufmerksam
gemacht.
Vielleicht sehen wir uns.
Lieben Gruß Tanja
Mittwoch 9.4. - 0.15 Uhr
Habe vorhin (bzw. gestern abend) im Vortrag in Stuttgart im
Kiederer-Forum das oben angesprochene Experiment mit der
Doppelblindaufstellung wiederholt. Die Verhaltensdynamiken der Figuren
konnte ich - bis auf eine Ausnahme - nicht wiedererkennen, sie waren
kaum ähnlich zum ersten Versuch. Aber wieder hat sich der
Stellvertreter des Lottogewinns zum Lottogewinner bewegt, obwohl beide
Stellvertreter nicht wussten, was sie darstellten - und ein
"Hilfesuchender" hat Kontakt zum "Helfer" aufgenommen. Auch hier
wussten beide Stellvertreter nicht, was sie darstellten, sondern hatten
lediglich einen verdeckt gefalteten Zettel mit der entsprechenden
Bezeichnung in der Hosentasche (und ich wusste nicht, wer der
Lottogewinner und wer der Helfer war).
Allerdings haben der "Verbrecher" und der "Polizist" dieses Mal nicht
zueinander gefunden. 44 Zuschauer waren Zeuge. Also - es funktioniert
auf jeden Fall nicht immer perfekt - aber häufiger, als bei
normalem Zufall zu erwarten wäre!!
Mit meinem Vortrag bin ich soweit zufrieden, wie er gelaufen ist. Habe
auch angenehme und konstruktive Rückmeldungen aus dem Publikum
erhalten. Gleichzeitig weiß ich, dass ich Ihn verändern
werde, in Zukunft weniger direkt aus meinem Buch vorlese, mehr
erzählen oder demonstrieren möchte. Also: Vortrag wieder ein
wenig umbauen. Und so wächst und reift er heran ... und ich mit
ihm.
14 Uhr
Ich habe in der Nacht kaum schlafen können - immer wieder ging mir
dieses Phänomen vom gestrigen Vortrag durch den Kopf. Im Grunde
hätte ich auch am Schluss der Doppelblindaufstellung
herausbekommen können, welcher Stellvertreter der Bettler und
welcher der Polizist war, wenn der Stellvertreter des "Verbrechers"
sich eher in Richtung Bettler orientiert und den Polizisten lieber
VERMEIDET!
Aber nicht deswegen habe ich nicht schlafen können. Ich glaube
vielmehr, dass hier eine Möglichkeit zum Vorschein kommt, das
Phänomen der Doppelblindaufstellung in gewisser Weise
"reproduzierbar" zu machen - und damit beweisbarer. Durch das
Hinzustellen von Stellvertretern, die eindeutig zu den verdeckten
Stellvertretern eine klare Beziehung haben (Lottogewinner +
Lottogewinn), lässt sich auf energetischer Ebene etwas
"erfühlen", was sonst niemand hätte wissen können.
Die Vision eines "Mentalisten" beginnt hier beweisbare Realität zu
werden. Während im Fernsehen Uri-Geller-Nachfolger sich die
Türklinke gegenseitig in die Hand drücken, und dabei sich
doch nur (hochspannender und faszinierender) Zaubertricks bedienen,
taucht hier dagegen etwas auf, das beweist: Auf irgendeiner (oft
unbewussten) Ebene sind wir alle "Mentalisten". Ich freue mich, dass sich
die Thematik meiner Bücher immer öfter und deutlicher und
auch bei immer mehr Menschen bestätigt.
Hach, es ist soooo genial ... ich könnte platzen - ich möchte
es in die Welt hinausschreien ... und doch wird sich jeder zu seiner
ganz eigenen Zeit damit auseinandersetzen.
Ich danke Michael Daub, der mich auf die Idee brachte, bei der
Doppelblindaufstellung solche korrespondierenden Elemente
dazuzustellen.
Sonntag, 13.4. - 22.25 Uhr
So, das erste Seminar "Das Unglaubliche" aus der Seminarreihe meines
Buches "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung" ist nun vorbei. Ich
hätte ja den Teilnehmern am liebsten gegönnt, die
Phänomene genauso zu erfahren, wie es mir letztes Wochenende in
der Ausbildungsgruppe und am Dienstag im Vortrag in Stuttgart erging.
Doch dieses Mal funktionierte es nicht. Ich habe es wieder
demonstrieren wollen, mit den gleichen Personen (Lottogewinner, Helfer,
Polizist, Bettler) - doch dieses Mal ging der später dazugestellte
Lottogewinn nicht zum Gewinner (sondern zum Bettler, der total
entspannt und ausgeglichen in einem Sessel saß) ... und auch die
anderen Figuren
ließen sich nur schwer erraten. Im Nachhinein konnte ich aber
feststellen, dass der Stellvertreter des Polizisten eine stimmige
Dynamik hatte, er wollte nämlich die ganze Zeit aufräumen und
Dinge in Ordnung bringen.
Ich vermute allmählich folgenden Zusammenhang: Wenn eine Gruppe
besonders offen und interessiert an allem ist, dann funktioniert es
möglicherweise besser (bei den Zuschauern in Stuttgart war nur
einer anwesend, die Familienaufstellungen
nicht kannte). Wenn in einer
Gruppe aber Personen dabei
sind, die an manchen Übungen, Ritualen oder Phänomenen
weniger Interesse haben, oder vielleicht auch nicht so geübt sind
in Selbstreflektion, dann erlebe ich öfter, dass die
Phänomene immer irgendwie nicht so klappen, sie sind dann nicht
mehr so "beweisbar".
Ich weiß, dass ich in meinem Buch auch geschrieben habe (S. 228):
"Unsere universelle Verbundenheit lässt sich nur erleben, nie
beweisen, und deswegen können wir auch andere Menschen nicht davon
überzeugen, dass wir Resonanz
sind.
Wir können es niemandem beweisen, der nicht daran glauben
möchte. Jeder der auf die Trennung schaut, erfährt die
Trennung. Wer auf die Verbundenheit schaut (schauen kann), erfährt
die Verbundenheit. Jeder entscheidet selbst, auf welche Realität
er schauen möchte, und erfährt die dazu passende Resonanz und
Bestätigung für diese Realität. Das Beobachtete richtet
sich nach den Wünschen, Blickrichtungen und inneren Haltungen
seines Beobachters. Das ist auch gut so, denn auf diese Weise wird der
Mensch vor zu schnellen Veränderungen geschützt."
Ja, .... ich weiß. Und doch möchte ich so gerne manche
Menschen an diesen Phänomenen und meiner Begeisterung teilhaben
lassen - gerade diejenigen, die weniger daran interessiert sind oder es
nicht können ...
Noch bin ich nicht so "reif", von diesem Wunsch loszulassen - denn dann
hätte ich ja auch das Buch nicht geschrieben. Dementsprechend bin
ich auch immer etwas enttäuscht, wenn es bei Demonstrationen nicht
so funktioniert. Um so schöner, wenn dann andere
Seminarteilnehmer, denen ich von meiner Enttäuschung erzähle,
mir dann bestätigen: Auch wenn es nicht so gut funktioniert habe,
wie ich es vielleicht kenne. Einiges habe auf jedenfall
"überzeugt" und sie seien dankbar für das Erlebte.
Ich bin gespannt, was passiert, wenn ich von meinem Wunsch, unbedingt
diese fantastischen Phänomene jedem "beweisen" zu wollen, irgendwann einmal losgelassen habe. Vielleicht
kann ich dann auch selbst einer Gruppe (mit vielleicht auch innerlich leicht
distanzierten oder ungeübten Teilnehmern) einen stimmigeren Rahmen bieten.
Natürlich hängt auch viel an mir als Seminarleiter. Ich bin
gespannt, wie es sich weiterentwickelt. Auf jeden Fall spüre ich,
wie ich selbst durch das Seminar intensiv dazugelernt habe.
... mein Wunsch, viele Menschen von diesen
Phänomenen überzeugen zu wollen, um mich mit ihnen dann auch
ausführlich darüber austauschen zu können, zeigt sich ja
auch hier im Tagebuch.
Dabei gilt mein Interesse ausschließlich dem Austausch von
gemachten Erfahrungen. Wesentlich weniger dem Austausch von daraus
entwickelten Regeln und Grenzen. Ich will wissen: Was passiert hier
eigentlich? Wie kann man es logisch begründen und diese
Begründung auch durch ein Phänomen "reproduzieren"? ... Wobei
ich dann ja schon wieder einschränken will, und diese
Phänomene lassen sich einfach nicht einschränken - ich suche
nur nach der allumfassenden "Form", die diese Phänomene
vollständig integrieren kann, und mit der ich dann gezielter
umgehen lernen kann, sie auch gezielt vermitteln kann ... und schon
wieder erschaffe ich durch diesen Wunsch eine Form, in die ich die
Phänomene vermittelbar eingrenzen möchte, einfangen
möchte, um sie dann in diesem Käfig überall herumzeigen
zu können.
Eine Gruppenteilnehmerin sagte heute: Vielleicht zeigen
Aufstellungsphänomene immer unseren "Schatten" - also das, was wir
gerade nicht anschauen wollen oder können? Und wenn wir diesen
Schatten erkannt und integriert haben, verändert sich der Spiegel
und zeigt uns den nächsten Schatten ... und je weniger Schatten,
desto klarer der Aufstellungsspiegel und das Phänomen ... auf
diese Weise wäre
erklärbar, warum ein telepathisches Phänomen sich nicht
zuverlässig reproduzieren lässt.
Ich suche weiter nach Erfahrungen und Erklärungen....und
möglicherweise auch nach der Erkenntnis, die mich endgültig
von dem Wunsch loslassen lässt, andere Menschen überzeugen zu
wollen, ihre Wellenlänge zu meinen Erkenntnissen einfangen zu
wollen ...
... oder ich erkenne den Hintergrund meines Wunsches ... oder mache
irgendwann immer mehr geniale Erfahrungen im Austausch mit anderen ...
Ich bin gespannt, wie es weitergeht (spannender als jeder Krimi!)
Montag, 14.4. - 10.15 Uhr
Text aus meiner heutigen kosmos-forum-Rundmail über den Spruch:
"Der Böse hat kein Gewissen,
weil er amoralisch ist;
der Gute hat kein Gewissen,
weil er sich für das Gewissen hält."
(Anselm Vogt)
Mir wird in den letzten Wochen immer klarer: Wertungen hängen NUR
von unseren persönlichen oder gesellschaftlichen Zielen ab. Wer
kein Ziel hat, hat auch keine Wertung, denn dann gibt es nichts, zu dem
man sagen kann: Das gehört dazu - oder: Das gehört nicht
dazu.
Das Böse ist meistens etwas, das nicht dazugehören soll, ...
obwohl es in den allermeisten Filmen vertreten ist und immer wieder bei
allen möglichen Betrachtungen eine Rolle spielt. Logisch, denn das
Böse gehört als das Auszuschließende zu unserem Leben
dazu. Jeder "Fehler" am Klavier beim Üben ist etwas "Böses".
Doch durch solche Fehler lernen wir erst, unser Ziel zu erreichen.
Auch der Begriff "amoralisch" enthält die Voraussetzung, dass hier
eine Moral vorgegeben ist, also ein Ziel, ein Wunsch für einen
bestimmten "moralischen" Zustand, in den einige Verhaltensweisen
hineinpassen, und andere nicht, also amoralisch sind. Und der "Gute"
ist nur gut, weil er sich selbst als den Guten definiert hat. Er sagt:
"So wie ich bin, ist es richtig." Und damit hat er sich selbst und
seine eigenen Sichtweisen als das Ziel definiert. Und zu diesem Ziel
gibt es Dinge, die dazugehören, und Dinge, die nicht
dazugehören. Wertung ist völlig natürlich.
Kein Wunder, dass dann die Satsanglehrer überall verbreiten, dass
das Glück im einfachen "Sein" zu finden ist. Das ist auch ganz
logisch. Denn wenn man einfach nur IST, ohne jeglichen Ziele und
Bedürfnisse und Wünsche, dann gibt es auch keine Wertungen,
denn alles gehört zum Sein dazu. Es gibt nichts, das nicht
existiert, also nichts, das nicht zum SEIN dazugehört. Alles
gehört dazu. Folge: Keine Wertungen, kein Ausschluss, kein
Schmerz, bzw. Wertungen, die zum SEIN dazugehören, Ausgrenzungen,
die zum SEIN dazugehören, Schmerz, der zum SEIN dazugehört.
Wir haben es selbst in der Hand, ob wir uns Wertungen erschaffen -
nämlich einfach durch unsere persönlichen Zielsetzungen. Je
nach Ziel, je nach Wunsch, je nach Bedürfnis, je nach Vorstellung
entstehen automatisch auch Grenzen und Wertungen, denn bei jedem Ziel
gibt es Dinge, die uns zur Zielerreichung nicht dienlich sind, also als
"nichtdazugehörig" gewertet werden, ausgegrenzt werden.
Wer diesen "Automatismus" in der Welt als "natürlich" und "normal"
erkennt, der kann auf einer neuen Ebene sagen: "Wertungen gehören
immer dazu, also auch das Böse und das Gute. Und da alles
dazugehört, ist selbst das Böse ein Teil des absoluten
allumfassenden Guten, des einfachen SEINS."
Ganz einfach. Ganz logisch (wenn auch manchmal schwer nachzuvollziehen,
wie bei zunächst undurchschaubaren Mathematik-Aufgaben. Ist die
Logik aber erkannt und selbstständig nachvollzogen, ist es ganz
einfach...).
Übrigens: Wollen wir unsere eigenen Wertungen überdenken,
dann müssen wir auf unsere dahinterstehenden
Ziele/Wünsche/Bedürfnisse schauen und uns fragen, wie wir
diese erweitern/verändern können.
... gewusst, wie.
Mittwoch, 16.4. - 9.50 Uhr
... es ist in gewisser Weise immer wieder befreiend, wenn ich bei
bestimmten Gedanken oder Erlebnissen, in denen grenzensetzende Menschen
eine Rolle spielen, daran denke, dass diese Grenzen nichts anderes sind
als eine natürliche Folge von selbst gesteckten
Zielen/Wünschen/ Bedürfnissen desjenigen. Oder von
übernommenen Zielen/Wünschen/Bedürfnissen aus der
Gesellschaft, in der wir leben. Und dass diese
Ziele/Wünsche/Bedürfnisse immer wieder veränderbar sind,
so derjenige diese auch verändern möchte. Am Ende hängt
also alles am Bewusstsein und Willen desjenigen, der die Grenze setzt
oder lebt. Menschlich.
Wo steckt also unsere "Macht" und jegliche Macht, die es gibt? Im Bewusstsein und Willen eines jeden einzelnen Lebewesens.
Ja, und was mich betrifft, so habe ich die freie Wahl - so es mir
bewusst ist - mich dem Bewusstsein und Willen eines anderen Wesens oder
einer Gruppe zu unterwerfen oder mich ihr zur Verfügung zu stellen
- oder es eben nicht zu tun. Diese freie Wahl hängt davon ab, was
ich überblicken kann, was mir also bewusst ist, und auch davon,
was ich selbst will, was meine Ziele/Wünsche/Bedürfnisse
sind.
Mein Weg ist also:
- Nachdenken, damit ich noch mehr Zusammenhänge überblicke und mir bewusst machen kann.
- Entscheiden, was ich will.
- Warten, bis mir etwas bewusst wird oder bis ich etwas entscheiden
kann (und manchmal ist genau dieser Zustand, in dem man wartet, nicht
besonders angenehm und wird als "Leid" bezeichnet).
Freitag, 18.4. - 15 Uhr
Mein Buch ist soeben bei Amazon in der Bestsellerliste aller
Bücher wieder auf Platz 5 hochgerutscht ... ich werd echt
verrückt. Das ist der Super-Hammer!!! Möglicherweise liegt
das daran, dass gestern der neue Prana-Haus-Katalog an viele Haushalte
verschickt wurde, und auch der Katalog des Kopp-Verlags ist neu
erschienen, man hat mir mitgeteilt, dass dort zwei Seiten über
mein Buch geschrieben wurden.
... ich weiß gar nicht mehr, wohin mit mir ...
Natürlich: ... auf der einen Seite große Freude, auf der
anderen Seite eine absolute Ahnungslosigkeit, was da wohl noch auf mich
zukommt.
Hab gerade nicht so viel Zeit, da ich den zweiten Teil meiner
Ausbildungsgruppe vorbereite - für heute Abend und dieses
Wochenende. Eigentlich habe ich ab Montag erst wieder etwas Luft, doch
dann steht schon die Vorbereitung des Seminars "Parallele
Realitäten" an. Und Anfang Mai ist der nächste Vortrag in
Bretten. Es kommt jetzt schon heftig auf mich zu - und ich weiß
immer, ich habe mir diese Termine selbst gewählt. Fühle mich
also nicht als Opfer. Aber anstrengend ist es teilweise schon, da ich
an mich selbst den Anspruch habe, möglichst alles das zu
erfüllen, was ich selbst auch erfüllen möchte. Ich
möchte meinen eigenen Ansprüchen genügen ... und daran
habe ich in gewisser Weise Spaß, aber es ist auch mit Kraft
verbunden, wie ein normales Krafttraining: Ich habe Spaß daran,
komme dabei jedoch natürlicher Weise ins Schwitzen.
Dienstag, 22.4. - 22 Uhr
Ich denke gerade wieder über abwertende Rezensionen nach. Es ist
z.B. wieder einmal eine bei Amazon veröffentlicht worden. Falls
sie irgendwann einmal wieder gestrichen werden sollte (weil sie
vielleicht Amazonrichtlinien verletzt), zitiere ich sie hier:
"
Das pseudowissenschafltiche, im leicht überheblichen Stil
verfasste Buch von Olaf "Jesus" Jacobsen, gefällt mir
überhaupt nicht.
Viel zu theoretisch, wissenschaftlich nicht zu belegen (z.B. die Familienaufstellungen) und teilweise nicht nachvollziehbar.
Ich spüre den Veränderungswunsch, die 12.90 € lieber an hungernde Kinder in Afrika gespendet zu haben.
Wie "Jesus" rate ich zu Büchern von Doris Wolf & Rolf Merkle!"
Solche Rezensionen kommen ab und zu vor - und auch nicht nur bei meinem
Buch. Man braucht sich nur einmal den Rezensions-Wald des
Mega-Bestsellers "Feuchtgebiete" anzuschauen. Und das Interessante:
Dort gibt es mehr Abwertungen als Aufwertungen - und das Buch ist
trotzdem an der Spitze - auf Rang 1.
Im November machte ich konkret noch die Erfahrung, dass zumindest das
Veröffentlichen einer solchen abwertenden Rezension über mein
Buch mit dem starken Abfall der Verkaufszahlen einherging. Ob diese nun
Auslöser war, kann ich natürlich nicht genau sagen.
Das Interessante an der ganzen Sache ist, wie ich mir über das
alles Gedanken mache. Viele würden sagen: Achte doch einfach nicht
drauf. Stelle dich diesen abwertenden Realitäten nicht zur
Verfügung. Aber irgendwie will ich es nicht so einfach haben, will
es nicht ignorieren. Irgendetwas in mir untersucht mich selbst dabei,
wenn ich solch einer Abwertung und Ironie mir gegenüber (Olaf
"Jesus" Jacobsen) begegne.
Mir ist klar, dass ich in meinem zukünftigen Dasein als
Bestsellerautor immer wieder solchen Wertungen begegnen werde. Es ist
also "verschwendete Energie", immer wieder so etwas ausschließen
zu wollen. Ganz kalt lässt es mich auch noch nicht, aber ich werde
irgendwie immer gelassener.
Parallel dazu beobachte ich auch folgendes Phänomen: Ich schaue
sehr häufig auf den Verkaufsrang meines Buches bei Amazon. Es hat
sich im Laufe der letzten Monate ganz allmählich nach oben
geschraubt - und vor ein paar Wochen, als der Verlag
Lieferschwierigkeiten hatte, weil er in neue Räumlichkeiten
gezogen ist und versäumt hatte, rechtzeitig die neue Auflage zu
bestellen, ist das Buch von ca. Rang 15 auf ca. Rang 25 wieder
abgefallen. Mein Gefühl: Enttäuschung!
Ja, ABER ... einige Wochen davor war ich fasziniert am Beobachten, wie
konstant mein Buch sich zwischen Rang 40 und Rang 30 bewegte. Und ich
freute mich riesig darüber, denn ein paar Wochen davor war ich
noch konstant um Rang 50 herum!!!
Dieses Phänomen ist echt der Hammer. Im Moment ist es so: Mein
Buch war drei Tage auf Rang 5 - und ist im Moment auf Rang 6 abgesackt,
weil das Buch von dem bekannten amerikanischen Schauspieler Hugh Laurie
"mich" überholt hat. Dabei "weiß" ich, dass dies nicht
unbedingt bedeuten muss, dass von meinem Buch weniger Bücher
bestellt werden. Es werden nur gerade sehr viele Bücher von Laurie
gekauft. Und doch bin ich traurig! Über Rang 6 !!! Nachdem ich
mich schon so an Rang 5 gewöhnt hatte!!!
Ich "muss" mir regelrecht sagen: "Hey, Olaf, schau mal, wo du noch vor
ein paar Wochen warst. Schau mal, wo du noch vor ein paar Monaten
warst. Schau mal, wo du noch vor ein paar Jahren warst!" Und ich muss
mich anstrengen, diesen Vergleich zu meiner früheren Vergangenheit
tatsächlich aufrechtzuerhalten.
Ich glaube, durch diese Erfahrung kann ich jetzt nachvollziehen, wieso
manchen Menschen es so schwer fällt, von ihrem Luxus loszulassen,
obwohl - wenn Sie die Hälfte Ihres Vermögens Spenden
würden - immer noch luxuriös überleben würden.
Irgendetwas in uns konzentriert sich auf kleine Fenster in der
Gegenwart und auf die dort stattfindenden Bewegungen. Jede kleine
Abwärtsbewegung unseres Lebensstandards löst eine Krise aus,
und jede kleine Aufwärtsbewegung eine Freude. Völlig egal,
auf welchem Niveau wir uns befinden.
Natürlich muss ich Jesus jetzt aufpassen, dass ich diese bei mir
selbst beobachtete "Wahrheit" nicht verallgemeinere und sage, dass dies
für alle Menschen gilt. Aber vielleicht kann sich in dieser
Beobachtung so mancher wiederentdecken.
Tja, und wenn dann eine solche abwertende Rezension veröffentlicht
wird, treten natürlich alle anderen positiven und
überwältigenden 5-Sterne-Rezensionen SOFORT in den
Hintergrund - und die Sorge steigt auf: Werden sich die Leser davon
beeinflussen lassen?
Dabei wünsche ich mir doch gleichzeitig, dass sie sich auch von
den positiven Rezensionen beeinflussen lassen! Und schließlich
habe ich mich ja auch intensiv darum gekümmert, alle Texte
über das Buch so hineinzusetzen, wie es jetzt dort auf der
Amazon-Seite zu sehen ist.
Ganz schön widersprüchlich - die eigenen Gefühle und Wünsche ...
Oder andersherum: Dieser Widerspruch ist völlig normal, wenn man
auf den Grundsatz schaut, dass Mensch lieber gewinnt als verliert.
Und dann ist Mensch auch noch so schlau, einen Spruch wie diesen auf
die Welt zu bringen: "Der Klügere gibt nach." Damit ist der
Verlust in einen Gewinn umdefiniert.
Ziel?
Je genauer ich dies alles beobachte und reflektiere, desto
"beweglicher" werde ich. Ich übe also zur Zeit intensiv, die
Gegenwart aus unterschiedlichen Perspektiven anzuschauen. Schaue ich
auf den Rang 6 von Rang 5 oder gar 4 aus? Oder schaue ich auf Rang 6
von Rang 1200 aus (auf dem sich das Buch im November 2007 kurzzeitig
befunden hatte)??
Schaue ich auf so eine Rezension mit dem Gefühl, dass alle Menschen sich davon überzeugen lassen?
Oder schaue ich darauf, dass jemand sich selbst Luft gemacht hat, es
sein Bedürfnis war, seine Realität zu veröffentlichen
und dadurch eine kleine Gruppe von Menschen, die ähnliche
Bedürfnisse haben, in seinen Bann zieht, den Großteil jedoch
nicht erreichen kann, da viele Leser seine Übertreibungen als
unangemessen im Vergleich zu allen anderen Rezensionen und Texten
über das Buch (und womöglich noch positiven Empfehlungen von
Freunden) einstufen?
Oder schaue ich darauf - mit einem Achselzucken und dem Gedanken: "...
ja, und auch das gehört dazu.", einem wissenden Lächeln, und
kann anschließend loslassen und mich auf anderes konzentrieren?
Ich habe die Wahl. Und ich übe, immer leichter wählen zu
können. Dazu gehört auch das Loslassen von Gewonnenem. Denn
wenn ich eine Position wechseln möchte, muss ich logischerweise
auch von dem Ort loslassen, auf dem ich gerade stehe. Sonst komme ich
nicht vom Fleck.
Eigentlich ganz banal - und doch hält in mir etwas fest, dieser
Wunsch, das Gewonnene weiter auszubauen. Ganz schön teuflisch.
Ideal wäre, jeden Moment immer wieder ganz von vorne anzufangen,
oder von einer ganz "tiefen" Position aus anzuschauen. Dann müsste
ich Freude pur erleben - ständig.
Mein Gott, was ist das für ein Luxus, immer mehr in die
"Öffentlichkeit" zu gelangen - und das "nur" mit einem
selbstgeschriebenen Buch! Der Hammer. :-)
... mit diesem Gedanken und einem Lächeln gehe ich nun schlafen. :-)
Ach, übrigens, ich habe entdeckt, dass mein Buch in der
Bestsellerliste aller Ratgeber des Magazins "Focus-Online" aufgetaucht
ist - als Neueinstieg gleich auf Platz 16! Oh Mann, ich glaube, ich
hab´s ganz schön gut!! :-)))
22.55 Uhr
Ich musste gerade noch einmal einen Blick auf den Rang werfen: Platz 8! Stich ins Herz. Platz 6 adé...
Gar nicht so einfach, die Position zu bewahren, dass ich es im
Vergleich zu vielen anderen Ratgeber-Autoren gar nicht so schlecht
habe. Ob 6 oder 8 oder vielleicht auch mal wieder 15 ... was
soll´s? Entscheidend ist doch auch: Es gibt kein Zurück
mehr. So viele Menschen besitzen inzwischen das Buch - und ein
Großteil ist absolut begeistert, was ich von vielen Mails und vor
allem durch den ständig steigenden Verkauf weiß. Sehr viel
läuft dabei über die Mundpropaganda. So schlecht kann es also
gar nicht sein. Und in Holland will man es auch veröffentlichen.
Ich muss mir das immer wieder bewusst machen, um solche Mini-Verluste
zu entkräften. Mal sehen, ob sich dieses Thema irgendwann einmal
in Wohlgefallen auflöst - oder ob ich immer wieder damit zu tun
habe.
Wenn ich eine Lösung dafür gefunden habe, werde ich es hier mitteilen.
... noch ein Gedanke, der mich wieder lächeln lässt: Mein
Buch hat es ohne das Medium "Fernsehen" bis dort nach oben geschafft.
Und auch ohne die Hilfe eines "großen" Verlages wie z.B.
Goldmann. Das muss also doch wieder irgendwie für mich und den
Inhalt meines Buches sprechen.
Also, wie gesagt: Wenn ich für dieses HinundHer in meinen
Gefühlen eine Lösung gefunden habe, werde ich diese
veröffentlichen. Vielleicht kann ja noch jemand anderes dann etwas
damit anfangen. Oder vielleicht weiß auch irgendjemand dafür
eine effektive Lösung?
Mittwoch, 23.4. - 11 Uhr
Hallo Olaf,
eine kurze Reaktion auf Deinen letzten Tagebucheintrag:
Zum Einen bist Du wieder auf Platz 6 (;-)), zum anderen: Ist Dir
aufgefallen, dass auf die negative Rezension gleich mehrere Kommentare
gefolgt sind? Nicht nur von Dir (und mir), sondern auch andere haben zu
verstehen gegeben, dass unsachliche Kritik nicht gern gesehen ist.
Und noch etwas: Du sprichst von "Luxus" Deines "Bestseller-Daseins".
Wäre nicht möglicherweise ein Aspekt Deines "Engagements"
bezüglich der Bewertung Deines Buches auch der, dass es "Deins"
ist, Dein Herzblut daran hängt, all das, was Du über Jahre
hinweg in sicherlich nicht immer einfachen Wegen be-weg-t hast? Es ist
viel Persönliches in Deinem Buch, das fern von
Bestseller-Rängen Bedeutung hat. Manchmal ist es fatal, wenn genau
das in ein pseudo-objektives Wertungssystem eingefügt wird... Ich
kann Deine Reaktion jedenfalls gut verstehen und sage dazu: "Auch das
gehört dazu." ;-) (entschuldige, wenn ich Deine Worte "klaue",
aber mit guten Zitaten mache ich das ganz gern ;-))
Liebe Grüße
Andrea
14 Uhr
(Noch bevor ich Andreas Email gelesen hatte:)
Hmmmm.... das Buch ist immer noch (wieder) auf Rang 6. Also, die
Rezensionen scheinen nicht mehr so eine große Wirkung zu haben,
wie es noch im letzten Jahr war, als auch die Zeitschriften-Rezensionen
noch nicht im Netz standen und der Amazon-Käufer nur die
Leser-Rezensionen als Orientierung hatte.
Inzwischen hat Amazon die Rezension gelöscht und dafür eine
andere hineingesetzt, die schon mal drin war, aber auch bereits
gelöscht wurde. Anscheinend liegt es Amazon daran, auch mal
negative und destruktive Kritiken zu veröffentlichen. Und ich
dachte, die Mitarbeiter von Amazon sind bestrebt, ihre eigenen
Richtlinien möglichst einzuhalten. Naja, das hätte ich mir
aber auch schon vorher sagen können, dass es nicht so ist, denn
bei "Feuchtgebiete" oder "The Secret" oder "Bestellungen beim
Universum" sind eine ganze Menge destruktiver Kritiken von Amazon
geduldet.
Ich lasse immer mehr los...
14.30 Uhr
Jetzt ist auch diese Rezension wieder gelöscht.
Interessanterweise fühle ich weder Erleichterung noch Freude. Ein
Zeichen dafür, dass ich nach etwas anderem suche.
Es hat sich zwar ein "Auslöser" zurückgezogen, aber ich bin
inzwischen bei einer tiefer liegenden "Baustelle" angelangt. Beim
Mittag kam mir der Gedanke, dass es hier irgendwie um meinen Wunsch
nach Verständnis geht. Nicht nach Anerkennung. Es genügt mir
vollkommen, wenn mich mein Gegenüber versteht, sich aber für
etwas anderes entscheidet und das Verstandene nicht anerkennt. Aber
wenn mein Gegenüber mich noch nicht einmal wirklich verstanden hat
und sich schon gegen mich richtet, ... das löst in mir ein ungutes
Gefühl aus, über das ich hier immer weiter nachdenke.
Ja, Verständnis. Das kann ich auch auf den Verkaufsrang
übertragen. Sobald er ein wenig sackt, projeziere ich darauf, dass
man das Buch nicht so versteht, wie es gemeint ist, und sich davon
abwendet ... weil man es missverstanden hat.
So viele Filme und Romane spielen mit diesem Element, bei dem ein
Mensch den anderen missversteht und sich daraus eine schreckliche
Verstrickung ergibt. Der Zuschauer oder Leser leidet, weil er doch
weiß, wie es "richtig" wäre. Doch es löst sich erst
irgendwann beim "Happy End".
Ist mein Wunsch nach verständnisvollen Happy Ends so stark?
Genieße ich die Filme, die fast alle ein Happy End haben, und
kann dann den Alltag nicht ertragen, in dem die Happy Ends auf sich
warten lassen, weil sich überall Missverständnisse breit
machen??
Irgendetwas ist da dran. Wenn ich den Verkaufsrang von unten und aus
der Vergangenheit aus anschaue: Genial, was für einen Erfolg ich
mit meinem Buch und meinen Gedanken habe!! Happy End!
Doch schaue ich z.B. auf diese destruktiven Rezensionen oder auf
desinteressierte Menschen, die nicht an "Telepathie" glauben, kenne
aber diese Phänomene bald wie meine Westentasche und
WEIß,
dass sie keine Einbildung sind, dann: kein Happy End, sondern der
Wunsch nach dem Happy End wird wieder größer =
Ungleichgewicht in mir.
Warum bedienen uns die Filmindustrie und die Romanschreiber mit so unendlich vielen Happy Ends??
Das muss doch irgendwie mit uns Menschen zu tun haben, oder? Und auch
mein Buch verspricht ja Happy Ends: "Wie Sie sich von belastenden
Gefühlen befreien und Beziehungen völlig neu erleben."
Kein Wunder: Happy Ends sind Nahrung für unsere Seele, unsere
Gefühle, sie lösen auch in uns selbst Happy Ends aus, wir
können zu äußeren Happy Ends in Resonanz gehen und
dadurch auch innere Happy Ends erleben.
Und was ist ein Happy End? Ziel erreicht. Verständnis.
Erlösung. Wellenlänge. Wittgenstein schrieb einmal so
ähnlich: "Eine Lösung erkennt man am Verschwinden des
Problems."
Das bedeutet also, dass ein Happy End auch mit
Veränderungswünschen zu tun hat. Denn habe ich keine
Wünsche, so habe ich auch keine Ziele - und brauche keine Happy
Ends, da ich keine Probleme habe. Die Existenz von Wünschen,
Bedürfnissen, Zielen erschaffen gleichzeitig auch die Existenz von
Wertungen (das gehört zu meinem Ziel dazu, das andere nicht).
Selbst das Ziel, die Wertungen aufzulösen, enthält eine
Wertung, nämlich den Ausschluss von Wertungen.
Also komme ich wieder einmal auf das selbe Fazit, auf das ich bei
solchen Überlegungen immer wieder komme: Solange ich lebe und
bestimmte Wünsche habe, muss ich mit Grenzen, Abgrenzungen,
Ausgrenzungen, Stichen, Spannungen, etc. leben. Sie sind einfach eine
natürliche Folge der Existenz meiner Sehnsüchte und
Wünsche nach Happy Ends.
Und selbst wenn ich versuchen würde, alle meine
(Veränderungs-)Wünsche aufzugeben - warum versuche ich es?!?
Um endlich ein Happy End zu erreichen!!! Hinter dem Versuch, alle meine
Wünsche loslassen zu können, steckt ebenso ein Wunsch.
Ein Kreislauf, aus dem ich nicht herauskomme. Niemand.
Ergo: Diese Auf und Abs, diese Stiche, die Enttäuschungen, die
Verletzungen, Schmerzen, alles das, was uns Menschen so unangenehm ist,
ist ein völlig natürlicher Teil des Lebens. Es ist eben immer
wieder nur die Frage,
welche Wünsche und
wie intensiv wir diese
Wünsche verfolgen. Je nachdem gestalten sich auch die damit
zusammenhängenden Ausgrenzungen, "Grenzerfahrungen", Stiche.
Übertragen auf die Rezensionen und meine Reaktion darauf?
Alles völlig normal. So, wie jeder Muskelkater, wie der Schmerz bei
einer Operation, der Schock bei einem Unfall, der Schmerz beim
Fremdgang einer Partnerin, die Anstrengung beim Wandern in den Bergen,
...
Herzlich willkommen in meinem Leben. :-))
Und nun freue ich mich auf die nächste Krise. :-))) - entweder mit oder ohne Happy End. :-))
Die ausschlaggebende Erkenntnis, die ich jetzt gebraucht habe, war:
Wenn ich das Ziel verfolge, ziellos zu sein (wunschlos glücklich),
um Grenzerfahrungen (Verletzungen, Ausgrenzungen) nicht mehr erleben zu
müssen, so ist dies ein unlösbarer Widerspruch. Nicht
lösbar. Also kann ich DIESES Ziel jetzt aufgeben.
Ich habe für mich ja die Sichtweise entwickelt (siehe meine
Bücher "Nichts ist All-ein / Alles ist in Resonanz"), dass jedes
Element den Wunsch nach Gleichgewicht hat. Alles besteht aus
Wünschen. Das bedeutet also, dass der Wunsch nach Wunschlosigkeit
unerfüllbar ist - in dieser Sichtweise.
Und da jeder Wunsch, jedes Ziel, jedes Bedürfnis automatisch
Wertungen erschafft (= Ausgrenzungen), gibt es auch keine Wertungslosigkeit.
Ich musste das jetzt einfach nochmal schreiben, um es mir noch klarer zu machen...
... und wenn ich diesen Widerspruch irgendwann einmal wieder vergessen
habe, durchlebe ich diesen Prozess noch einmal - vielleicht dann ein
bisschen schneller, weil er mir möglicherweise schneller wieder
einfällt.
Donnerstag, 24.4. - 11.30 Uhr
Der Rezensionsschreiber, dessen Rezension ich oben reingesetzt habe (am
Dienstag), hat mir eine kurze Mail geschrieben und mir darin
unterstellt, ich würde das Hauptziel besitzen, Luxus um mich herum
anhäufen zu wollen, sprich: Mein Ziel sei, reich zu werden und
viel Geld zu besitzen.
Das tut gut - denn werde ich doch daran erinnert, dass ich mir als Jugendlicher "geschworen" habe, nicht in Luxus zu schwelgen.
Sicher werde ich mir das eine oder andere gönnen und freue mich
über das Geld, das ich jetzt erhalten werde (nach vielen Jahren
des Lebens als freiberuflicher Künstler an der finanziellen
Existenzgrenze ohne Polster, und dann auch noch eine Zeit lang in
Schulden lebend, ist das natürlich jetzt ein Segen für mich).
Und doch gibt es da immer noch diesen Schwur in mir. Der liebe
Rezensent hat mich daran erinnert, dass es mein eigentliches Ziel ist,
mit diesem Geld in möglichst verschiedener Weise anderen zu
"dienen". Zunächst wird es mir dazu dienen, dass ich noch weitere
Projekte ausbauen kann (Hörbuch, Übungsbuch, ...), und dann
wird es mir dazu dienen, möglichst viele Seminar-Angebote sehr
kostengünstig und auch weiterhin kostenlos anzubieten. Was dann
später noch für soziale Projekte dazukommen, werde ich sehen.
Auf jeden Fall ist das ein Teil meines Engagements: Die "Umsicht"
für andere, wie es meine Mutter auszudrücken pflegt.
12.20 Uhr
lieber olaf,
deine reflektion über das thema abwertende rezension habe ich mit interesse verfolgt.
schließlich schreibst du dann über anerkennung und verstanden werden wollen.
das sind zwei themen, die mich sehr begleiten ;-)
hier meine gedanken dazu, vielleicht interessieren / inspirieren sie dich:
wenn mir einer sagt: du bist so klar / du hast soviel klarheit
- (und das hast dann ausgerechnet du gesagt ;-) nach meiner aufstellung, kommt aber sonst auch gelegentlich vor) -
dann kommt es vor, dass ich das nicht als anerkennung empfinde, sondern
als: da versteht jemand z.B. mein bedürfnis nach noch mehr
klarheit nicht.
- (und das hast du dann ausgerechnet benannt und in dein feedback
integriert, nämlich -sinngemäß- indem du sagtest, dass
du dir schon vorstellen kannst mit welchem inneren anspruch ich da bin.)
anerkennung ist wohl bei nicht-verstehen hohl und keine "echte" anerkennung
und verstehen ist letztlich eine form der anerkennung - mindestens dessen was ist, vielleicht sogar mehr,
nämlich annahme als person / mensch,
wert eine inhaltliche auseinandersetzung zu führen oder wert auf
eine zu verzichten, weil die unterschiedlichen standpunkte geachtet
werden können.
also auch achtung steckt mit drin und die 8 ist "unendlich" und unendlich ist das SEIN
(ein wortspiel - ich mag es)
und ganz am rande: ich habe schon gezuckt, als ich den jesus satz las,
ich empfand ihn auch als abwertung, die ich nicht wegreden möchte,
und ich habe - als nichtbetroffene- folgenden gedanken dazu gehabt:
jesus wird ja auch eventuell von vielen nicht verstanden.und
entsprechend "benutzt". als einzige heilsfigur, als ikone der macht,
als nicht existent oder als wahn und illusion oder oder oder.
in meinem verständnis hat jesus u.a. als ausdruck der liebe und
der freiheit durchaus einen positiven wert ("gehört also dazu").
und wenn du jetzt durch dein sein (und durch dein tun) liebe und
freiheit in der welt ausdrückst, dann ist es wert, das
anzuerkennen ("gehört dazu")
also jesus, sind wir nicht alle ein bischen jesus? ;-)
und nun noch ein element: das element das macht, dass ich entspannt und gerne aufstehe...
(nachteulen + langschläfer thematik)
es hat nicht nur sofort gewirkt, es hat mir unaufgefordert und
freiwillig erklärt, dass ich nur weil ich früher aufstehe,
nicht mehr arbeiten muss.
ich darf die "gewonnene" zeit "einfach so" haben.
so, lieber olaf, sei herzlich gegrüßt von annette, die sich auf den 8. mai freut.
Freitag, 25.4. - 7.30 Uhr
Ich habe gerade meinen Eintrag vom Sonntag, 13.4., noch einmal
durchgelesen - und mir fällt auf, dass sich mein Wunsch, andere
Menschen von diesen genialen Phänomenen beim Aufstellen
überzeugen zu wollen, relativiert hat. Jetzt ist es eher so: Ich
weiß, dass die Möglichkeit dieser faszinierenden Erfahrung
besteht - für jeden. Man muss sich nur ein wenig dafür
interessieren und es mit befreundeten Menschen ausprobieren, und schon
wird man selbst Erfahrungen machen können, die man selbst aus dem
"normalen Alltag" kaum kennt (wenn man sich bisher mit telepathischen
Gefühlswahrnehmungen noch nicht so sehr auseinandergesetzt und
noch nicht die Aufmerksamkeit darauf gelenkt hat). Also: Die
Möglichkeit besteht und jeder kann sich "bedienen". Ich "muss"
nicht mehr die Menschen dorthinführen. Ich zeige nur drauf. Und
jeder hat die Wahl, wie weit er es selbst erfahren und untersuchen
möchte.
Als Bild kam mir: Wir sind alle zusammen in der Wüste und haben
Durst. Ich finde eine Wasserquelle, trinke daraus und erzähle den
anderen davon. Manche halten diese Quelle für eine Fata Morgana
und halten sich davon distanziert. Bisher habe ich dann so reagiert,
dass ich versucht habe, der Quelle Wasser zu entnehmen und es diesen
Menschen zu bringen. Mancher hat es dann sogar noch abgewehrt, weil er
sich bevormundet vorkam. Jetzt kann ich besser loslassen und mir sagen:
"Ich habe die Information weitergegeben. Was derjenige damit jetzt
macht, ob er trinkt oder es eher für eine Fata Morgana hält,
bleibt ihm überlassen."
Vielleicht hat diese neue Gelassenheit mit der Auseinandersetzung der
oben aufgeführten Rezension zu tun? ... Ja, ich lese es gerade
noch einmal. Ich habe am Mittwoch von einem bestimmten Drang loslassen
können, habe erkannt, dass Wertungen völlig normal sind,
immer und überall, und dass der Wunsch nach Wertungslosigkeit und
damit nach Wunschlosigkeit ein Widerspruch in sich ist, und ich habe
aufgehört, gegen Wertungen zu kämpfen. Und schon hat sich
auch der Wunsch verflüchtigt, andere Menschen in Ihren
(Ab-)Wertungen gegenüber diesen Phänomenen (wenn sie diese
noch nicht erlebt haben) zu beeinflussen, sie überzeugen zu
wollen/müssen.
Interessant. Ich löse an einer Stelle einen Widerstand und erlebe,
dass sich dadurch an anderer Stelle gleichfalls etwas aufgelöst
hat. Die Erfahrung mache ich immer wieder.
Mir fällt gerade ein, dass ich dieses "Werkzeug" eigentlich schon
immer anwende. Wenn ich irgendwo ein Problem habe, dann suche ich so
lange nach einer logischen Erklärung dafür, bis die
Erkenntnis einer gewissen Logik das Problem auf einmal klärt. So
auch hier mit dem logischen Widerspruch des Wunsches nach
Wertungslosigkeit / Wunschlosigkeit.
"Meine" Logik befreit mich - Stück für Stück.
Deswegen empfinden manche Leser meine Texte auch öfter als
"abstrakt" oder "kopflastig" oder sehr "theoretisch". Vielleicht sind
es Leser, die auch bei Mathematik ihre Schwierigkeiten hätten?
Auf jeden Fall kann ich bestätigen: Ich suche innerlich nach
Theorien, nach Gedanken, nach Erkenntnissen, die mich befreien - und
das wirkt sich dann auch körperlich und seelisch aus. Ich
fühle mich immer freier und klarer und selbstsicherer. Ich
entlarve mich und meine Widersprüche - und lerne dadurch auch, die
Widersprüche meiner Umwelt zu erkennen, zu entlarven und
anzuerkennen, was auch bedeutet: zu lieben, wie es ist.
Und wenn ich dann diese Klarheit, diese "Liebe" in Worte fasse, gibt es
einige, die sie als sehr "theoretisch" empfinden, wenn sie sie
hören oder lesen. Sie können es selbst nicht nachvollziehen.
Und das wiederum kenne ich aus meiner Kindheit. In der Schule haben wir
oft Texte lesen müssen, die ich damals absolut nicht
nachvollziehen konnte. Ich konnte mich auch nicht richtig darauf
konzentrieren, wusste nicht, was dort gemeint war, empfand es als
verwirrend oder theoretisch oder abstrakt ... bis ich mir selbst
über mein Leben, meine Gefühle, meine Schmerzen Gedanken
machen musste, meine Erfahrungen gesammelt habe, Erkenntnisse gefunden
habe - und nun mit meinen Erfahrungen vieles nachvollziehen und
verstehen kann. ... und viele Parallelen entdecke zwischen meinen
Erfahrungen und den Erfahrungen anderer Persönlichkeiten.
Hochfaszinierend für mich, immer wieder.
Nicht: Ich habe Texte studiert und kennengelernt und dann die gelesenen Sichtweisen übernommen, weil ich sie gelernt habe.
Sondern: Ich habe mich selbst studiert, bin auf "eigene" Sichtweisen
gekommen, und entdecke nun viele Menschen, die sehr ähnliche, fast
gleiche Sichtweisen über sich und das Leben haben, wie ich. Nicht
nur Menschen in der Gegenwart, sondern auch aus vergangenen
Jahrhunderten. Und auf einmal fühle ich mich nicht mehr alleine
und unverstanden. Sondern ich erlebe durch die Parallelitäten in
den Sichtweisen - in den Erkenntnissen - eine tiefe Verbundenheit mit
vielen, mit dem Leben, mit dem Universum.
Dann schreibe ich auch noch darüber - und plötzlich
fühlen sich unglaublich viele Menschen von meinen Sichtweisen
angesprochen. Ich staune immer wieder über das Leben, offen,
ergriffen, auch Kopf schüttelnd ("...unglaublich..."), mich
freuend, ...
Ich komme noch einmal zurück zu meinem Beispiel mit der Fata
Morgana. Dieses Beispiel könnte auch zeigen, wie
"überheblich" ich bin und was ich wohl für "Wahrheiten"
verbreite, und warum manche mich als "Messias" oder "Jesus" einstufen:
Es ist eindeutig zu sehen, dass ich bei diesem Beispiel davon ausgehe,
dass das Wasser, was ich gefunden habe, real ist. Wenn ich aus der
Perspektive der Menschen schaue, die mich abwertend "Jesus" nennen,
dann sehen die mich als einen Verrückten, der meint, soeben eine
Quelle gefunden zu haben, und sich einbildet, sogar daraus getrunken zu
haben. Sie denken: "Dabei war das doch nur eine Fata Morgana!! So durchgedreht muss
der in dieser Hitze schon sein - dass er noch nicht einmal merkt, dass
er sich das Wasser nur eingebildet hat!"
Ja, es gibt hier keine Chance, dass auch nur ein Mensch auf dieser Welt
"wirklich" überzeugend behaupten kann, er habe die "Wahrheit"
herausgefunden. Jedem Menschen kann man nachsagen, er habe sich etwas
eingebildet. Jedem.
Das bedeutet auch: Jeder Mensch kann sich nur selbst überzeugen.
Wir können es nicht gegenseitig tun. Und wenn ein Mensch einen
anderen Menschen von etwas überzeugen konnte, dann lag das nur
daran, dass der andere bereits irgendwo schon offen war für diese
Überzeugung.
Wenn jemand nicht selbst irgendwo bereit ist, eine bestimmte Sichtweise
oder Erkenntnis oder Überzeugung zu übernehmen, dann hat
niemand eine Chance.
Und auch das lässt mich jetzt noch einen Schritt weiter loslassen.
Wir können uns gar nicht gegenseitig von etwas überzeugen.
Wir können uns nur gegenseitig als Auslöser für
bestimmte schon in uns vorhandene Überzeugungen "zur
Verfügung" stehen. Und wir können gemeinsame
Überzeugungen, Erkenntnisse, Sichtweisen einfach genießen,
wenn wir die Gemeinsamkeit entdecken durften.
Eines noch: Dieses Loslassen, den anderen überzeugen zu
müssen, beinhaltet nicht das Loslassen von meinen eigenen
Überzeugungen. Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass das
Wasser, das ich gefunden habe, echt ist.
Übertragen: Ich "weiß", dass meine Erfahrungen beim
Familienstellen und die Phänomene im Alltag im Kontakt mit anderen Menschen "echt"
sind - und dass die Sichtweisen, die ich entwickeln durfte, bei mir
ganz klasse wirken und mich wohl fühlen lassen und sehr vieles in
mir vollständig geklärt haben. Diese Klarheit ist da. Auch
wenn mich jemand damit als "überheblich" oder "zu wenig
demütig" einstuft. Das ist dann seine echte Realität.
:-)
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