In Resonanz
                    Tagebuch von Olaf Jacobsen   
Hier möchte ich in nächster Zeit einen Blog entstehen lassen, in dem Sie auch Kommentare zu meinem Tagebuch abgeben können. Doch noch ist es nicht so weit. Bis dahin dürfen Sie sich damit begnügen, hier einfach meine Gedanken und Erfahrungen zu lesen, über die ich schreibe.

Allerdings besteht auch die Möglichkeit, mir als Reaktion eine Email zu schreiben, die ich dann hier hineinsetzen könnte. Falls Ihre Email hier veröffentlicht werden darf, bitte ich Sie, dies extra zu erwähnen.

Achtung: Das Tagebuch beginnt unüblicherweise mit dem ersten Eintrag. Die neuesten Einträge sind hinten zu finden.

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Donnerstag  3.4.2008 - 15.15 Uhr

So, das ist also mein erster Eintrag. Ich habe eine Weile nachgedacht und war im Zwiespalt, worüber ich denn hier überhaupt schreiben möchte. DASS ich schreiben möchte - kein Zweifel. Aber in welchem Rahmen? Denn es gibt da auch so bestimmte Grenzen. Am liebsten möchte ich ja wirklich alles aufschreiben, was ich hier so denke und was ich erlebe. Aber es würden dann auf jeden Fall Persönlichkeitsrechte anderer Menschen verletzt - und das möchte ich natürlich nicht. Ich glaube, es ist ein schmaler Grad.
Es gibt da so die eine Seite in mir, die einfach euphorisch und begeistert alles erzählen möchte, was mich beschäftigt. Die entspricht meiner kindlichen Seite. Ich komme als Kind nach Hause und erzähle meiner Mutter begeistert alles, was ich erlebt habe. Natürlich in der Hoffnung, dass sie auch begeistert ist und meine Freude teilt, für mich da ist.
Ohne Zweifel gibt es diesen Wunsch auch heute noch in mir. Und ich halte ihn auch für normal, finde diesen Wunsch bei vielen anderen Menschen wieder, die sich im Internet veröffentlichen, auch wenn sie ihren Ausdrucksdrang hinter anderen Absichten verstecken.
Ist nicht das ganze Leben eine Suche nach Wellenlängen? Nach Verständnis des anderen? Und dadurch auch nach Bestätigung für sich selbst? Nach Orientierung in der Gemeinschaft?... ja, alles nicht neu, was ich hier gerade denke.
Und da stellt sich auch jetzt gleich die nächste Frage. Habe ich hier den Anspruch, Neues zu schreiben? Mit welchem Hintergrund schreibe ich hier? Mit welcher eigentlichen Absicht? Was ist mein Ziel, mein Wunsch? Nach welchem Gleichgewicht?
Basis ist auf jeden Fall der momentane Erfolg meines fünften Buches "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung". Das ist so unglaublich ... so phänomenal... - und nicht nur meine Verlegerin Monika Jünemann und die Pressefrau des Verlags Julia Niewöhner kamen auf die Idee - ich hatte selbst schon den Gedanken, einen Blog zu eröffnen, in dem die Möglichkeit bestehen würde, mich mit Menschen direkt zum Thema oder über andere Themen auszutauschen. Oder umgekehrt formuliert: In dem die Möglichkeit für interessierte Menschen besteht, sich mit mir auszutauschen.
Natürlich ist da auch die Sorge: Wenn ich mich jetzt auf meine ganz "natürliche" und spontane Weise zeige, sind dann die Leute nicht eher enttäuscht von mir, weil sie vielleicht einen Autoren erwartet haben, den sie für sich als "Vorbild" nehmen können - und dann machen sie die Erfahrung, dass dieser immer bekannter werdende Autor, der "Shooting-Star" im Bereich Lebenshilfe-Ratgeber, auch nur ein gewöhnlicher Mensch ist mit seinen Stärken und Schwächen?
Habe ich mir da mit meinem Buch nicht eine zu hohe Hürde vorgelegt, über die ich jetzt nicht springen kann?
Andererseits: Niemand außer mir hat dieses Buch geschrieben. Und eigentlich habe ich ja in dem Buch auch nichts anderes gemacht, als über mich und meine Gedanken und Erfahrungen geschrieben zu haben.... Ich merke, ich befinde mich hier irgendwie gefühlsmäßig in einem Konflikt, den ich noch gar nicht so richtig in Worte fassen kann. Ich suche noch, was es genau ist. Gleichzeitig eröffne ich mit diesem Suchprozess hier mein Tagebuch - auf der anderen Seite ist ja genau dieses Tagebuch der Auslöser für diesen Suchprozess...
Ich bin gespannt, wie ich es löse.
Ja, auf jeden Fall war ein Gedanke von mir, mich hier auch mit allen Überlegungsprozessen zu zeigen, wie ich über mich und erlebte Situationen nachdenke. Und genau das geschieht gerade. Das ist eigentlich mein Hauptanliegen. Ich möchte gerne Menschen daran teilnehmen lassen, wie ich über bestimmte Ungleichgewichte nachdenke und dann auch zu Ergebnissen komme. Denn ist nicht unser Leben auch zum großen Teil neben den vielen Freuden, die wir erleben, ein Reifungsprozess an den Ungleichgewichten und Aufgaben und Problemen, die sich uns in den Weg stellen? Dumme Frage. Klar ist es das. Ist auch den meisten ziemlich klar ...
Möchte ich hier "Vorbild" sein?? Mich dadurch auf einen Thron stellen?


23.10 Uhr

Vorhin auf dem Fahrrad, als ich zu meinem Abendworkshop "Freies Aufstellen" fuhr, ist mir etwas klar geworden. Wenn ich denke, ich habe hier etwas Neues gefunden, erfunden, beschrieben, auf die Welt gebracht, dann fühle ich diesen mächtigen Anspruch, als "Entdecker" plötzlich allen Erwartungen anderer Menschen entsprechen zu müssen. Und dann ist Verwirrung da, ich setze mich unter Druck, ich habe Lampenfieber, genüge mir nicht, habe das Gefühl, dass die Hürde zu hoch ist, etc.
Wenn ich aber denke: Wir Menschen haben alle das gleiche Potenzial. Im Grunde haben wir auch alle das gleiche universelle Wissen in uns, in unseren Gefühlen, in unserem Körper. Wir unterscheiden uns höchstens voneinander darin, dass wir einen unterschiedlichen Zugang zu diesem Wissen haben. Aber im Grunde hat jeder das Potenzial in sich, so wie ich es in mir selbst fühle.
Und wenn ich dann einen Vortrag halte oder ein Seminar gebe oder einen Workshop begleite, dann habe ich nicht die Rolle eines Menschen, der anderen etwas (Neues?) zeigt, sondern ich habe die Rolle eines Menschen, der das, was sowieso überall und bei jedem vorhanden ist, in seine ganz eigenen Worte fasst. Dann sehe ich mich "nur" noch als einer von vielen - wir sind eine Gemeinschaft. Wir alle haben Zugang. Und immer, wenn einer etwas formuliert, hören ihm andere zu. Das ist normal. Und jeder hat die Wahl, ob er etwas formuliert oder nicht. Wenn ich mich nicht aus dieser Gemeinschaft herausgehoben fühle, nur ab und zu mal etwas formuliere, meinetwegen auch vor größerem Publikum, dann ist auf einmal das gesamte Anspruchsgefühl weg - und ich fühle mich viel mehr mit meinen Zuhörern verbunden, auf einer Ebene, ebenbürtig.
So kann ich jetzt viel gelassener meiner Lesung nächste Woche in Stuttgart entgegenschauen. Es wird ein Treffen sein mit Menschen, die auch schon alle das gedacht und erlebt haben, was ich dort in Worte fassen werde, spontan oder vorgelesen. Und wir genießen gemeinsam einfach nur dieses Zusammensein. Schönes Gefühl. Ich freu mich drauf.


Freitag  4.4.  -  13.45 Uhr

Ich habe gerade wieder einen Text bei Amazon eingesetzt - eine Reaktion auf jemanden, der über das Buch begeistert ist. Und dabei habe ich gedacht, hier doch einmal darauf hinzuweisen, wo man alles Texte von mir finden kann.
Im Januar habe ich für eine gute Woche im The-Secret-Forum im Thread "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung" mich sehr intensiv geoutet. Das war meine erste Erfahrung damit, mich und meine Gedanken der Öffentlichkeit zur "Schau" zu stellen. Hat eigentlich gar nicht so weh getan ....
Sie finden das hier:
http://www.the-secret.de/forum/viewtopic.php?f=11&t=1064
Und - wie eben schon angedeutet - reagiere ich immer mal wieder gerne auf Leute, die bei Amazon im Diskussionsforum über mein Buch schreiben. Das finden Sie, wenn Sie hier draufklicken und auf der dann erscheinenden Seite ganz nach unten rollen. Oder ich habe Amazon-Leserrezensionen kommentiert.
Warum ich das so zusammenfasse? Warum ich so darauf hinweise, wo ich Texte verfasse?
Weil ich selbst als Beobachter von mir immer wieder begeistert bin, was mir meine Intuition für Gedanken zuströmen lässt. Ich erlebe, dass da jemand etwas schreibt oder fragt - und dann auf einmal habe ich ganz klare Gedanken dazu. Die kommen einfach, und ich schreibe - und fühle nach dem Schreiben: "Wow!"
So ging es mir mit dem Buch auch - so geht es mir immer wieder ... nicht immer. In manchen Situationen fließt es überhaupt nicht. Und das hängt dann manchmal auch damit zusammen, dass ich da jemandem innerlich zur Verfügung stehe, bei dem ich keinen "richtigen" Freiraum fühle, einfach alles drauflos zu schreiben. Irgendwie fehlt dann die Resonanz. Oder es will etwas aus mir herauskommen, wo ich schon genau weiß: Das wird derjenige aber gar nicht mögen. Und dann lasse ich es lieber. Nur wenn ich konkret den Auftrag habe, den anderen zu provozieren, würde ich es dann formulieren.
... oder ich mache es aus Versehen, dass ich jemanden provoziert habe, und er sich dann verständnislos zurückzieht ... und auch das gehört dann dazu.
Und was natürlich auch dazugehört: Vielleicht stecke ich gerade selbst in einem Ungleichgewicht und etwas in mir sucht nach Klarheit und kann im Moment nichts Klares formulieren.

22.40 Uhr

Der Hammer!! Der absolute Hammer!!!
Ich hatte eben gerade den Einführungsabend für die Ausbildungsgruppe zum Moderator für Freie Systemische Aufstellungen. Wir haben am heutigen Abend u.a. drei Doppelblindaufstellungen durchgeführt.
Beschreibung einer Doppelblindaufstellung: Ein Teilnehmer denkt sich 4 Personen aus und schreibt die Namen auf 4 Zettel. Diese Zettel werden gefaltet, so dass nicht gelesen werden kann, was drauf steht. Die Zettel werden gemischt. 4 Teilnehmer aus der Gruppe ziehen jeweils einen Zettel - ohne darauf zu schauen - und stecken den Zettel in die Hosentasche. Dann fühlen sich die 4 Teilnehmer in die jeweilige durch den verdeckten Zettel zugeteilte Rolle ein und beginnen eine intuitive Aufstellung. Keiner weiß wirklich, wer welche Rolle spielen soll. Nur die aufstellende Person weiß, welche 4 Personen im Spiel sind, aber nicht, welcher Stellvertreter welchen Zettel hat.
Die aufstellende Person, die sich die 4 Personen ausgedacht hat, muss nun aufgrund der Verhaltensdynamiken der Stellvertreter erraten, wer welchen Zettel in der Tasche hat.
Beim ersten Versuch hat die erste Teilnehmerin der Ausbildungsgruppe tatsächlich alle Stellvertreter richtig erraten können. Die zweite Teilnehmerin hat ihre Doppelblindaufstellung nur bei einem Stellvertreter richtig erraten können. Und bei der dritten Doppelblindaufstellung haben wir eine höchst interessante Erfahrung gemacht!
Sie hat die beobachtenden Gruppenmitglieder eingeweiht, welche Personen sie sich ausgedacht hatte (für die beobachtenden Gruppenmitglieder auf ein Flipchart geschrieben, das so stand, dass die Stellvertreter es nicht lesen konnten):
1. Polizist, 2. Bettler, 3. Helfer, 4. Lottogewinner. Die Stellvertreter blieben uneingeweiht.
Die 4 Stellvertreter (wohlgemerkt: Keiner wusste, welchen Zettel die jeweiligen Stellvertreter in den Hosentaschen hatten!) nahmen sofort ziemlich eindeutige Positionen ein. Einer stand z.B. breitbeinig im Raum und sagte: "Gleich gibt´s Ärger!". Wir Beobachter haben natürlich alle gedacht, dass dies der Polizist sein müsse, d.h. dass dieser Stellvertreter den Zettel mit der Notiz "Polizist" in der Hosentasche hatte. Wir fragten ihn: ... "Bettler" war seine Antwort, stand auf seinem Zettel. Also - falsch geraten. Im Nachhinein könnte die Deutung passen, dass der Bettler tendenziell Aggressionen hat ...
Dann wussten wir nicht weiter. Und ich kam (angeregt durch einen vergangenen Hinweis eines früheren Aufstellungsteilnehmers) auf die Idee, den Lottogewinn dazuzustellen, um zu schauen, ob der sich vielleicht zum Stellvertreter mit dem Zettel "Lottogewinner" gesellen würde.
Ich suchte also jemanden aus der beobachtenden Gruppe als einen Stellvertreter für "Lottogewinn" aus - ohne der Gruppe oder dem Stellvertreter mitgeteilt zu haben, wofür ich ihn ausgesucht hatte. Die Bezeichung "Lottogewinn" behielt ich heimlich für mich. Ich hatte nur der Gruppe gesagt, dass ich eine Idee hätte und etwas ausprobieren wolle. Und was passierte? Der Stellvertreter des Lottogewinns bewegte sich ganz konkret zu einem der übrigen Stellvertreter. Ich vermutete, dass auf dem Zettel dieses Stellvertreters nun "Lottogewinner" stehen müsste - er schaute nach: Bingo!
Blieb also nur noch die Frage: Welcher der übrigen ist der Polizist und welcher der Helfer?
Wir stellten verdeckt noch einen weiteren Stellvertreter als "Verbrecher" dazu.
Tatsächlich bewegte sich einer der übrigen beiden Stellvertreter zu diesem neuen Stellvertreter - es war derjenige, der den Zettel "Polizist" in der Hosentasche hatte!
Es klappt! Immer wieder! Absolut genial!!!


Montag  7.4.  -  12.46 Uhr

Hallo Olaf,
ich möchte mich hier am Rande mal bedanken für Dein Tagebuch. Das ist sehr erfrischend und lebendig und ich habe mich darin sehr wiedergefunden. Auch ich bin eine leidenschaftliche Schreiberin und habe über Jahre hinweg immer wieder genossen meine Gedanken, ob wirr oder unreif, verzweifelt oder harmonisch und von den Zufällen des Lebens und somit den Gaben des Universums überwältigt festzuhalten… diese nach einiger Zeit wieder zu lesen und noch einmal in diese Gefühle zu tauchen sind ein großes Geschenk. Meist entdeckt man auch erst hier den roten Faden, der zu einem höheren Ziel führen sollte. Das- auf den Sockel stellen und etwas darstellen müssen, kenne ich sehr gut.  Aber meistens setze ich mich selber viel zu sehr unter Druck. Du hast Recht- wir haben alle das Urwissen des Seins in uns- manchmal muss man nur jemanden hören, einen Artikel lesen oder darauf hingewiesen werden um sich wieder zu erinnern- und wenn wir es zugeben kommt uns dies dann ganz und gar nicht neu vor, sondern verwandt und bekannt.
Der „Zufall“ ;-)) hat mich auf den morgigen Abend aufmerksam gemacht.
Vielleicht sehen wir uns.
Lieben Gruß Tanja


Mittwoch 9.4.  - 0.15 Uhr

Habe vorhin (bzw. gestern abend) im Vortrag in Stuttgart im Kiederer-Forum das oben angesprochene Experiment mit der Doppelblindaufstellung wiederholt. Die Verhaltensdynamiken der Figuren konnte ich - bis auf eine Ausnahme - nicht wiedererkennen, sie waren kaum ähnlich zum ersten Versuch. Aber wieder hat sich der Stellvertreter des Lottogewinns zum Lottogewinner bewegt, obwohl beide Stellvertreter nicht wussten, was sie darstellten - und ein "Hilfesuchender" hat Kontakt zum "Helfer" aufgenommen. Auch hier wussten beide Stellvertreter nicht, was sie darstellten, sondern hatten lediglich einen verdeckt gefalteten Zettel mit der entsprechenden Bezeichnung in der Hosentasche (und ich wusste nicht, wer der Lottogewinner und wer der Helfer war).
Allerdings haben der "Verbrecher" und der "Polizist" dieses Mal nicht zueinander gefunden. 44 Zuschauer waren Zeuge. Also - es funktioniert auf jeden Fall nicht immer perfekt - aber häufiger, als bei normalem Zufall zu erwarten wäre!!
Mit meinem Vortrag bin ich soweit zufrieden, wie er gelaufen ist. Habe auch angenehme und konstruktive Rückmeldungen aus dem Publikum erhalten. Gleichzeitig weiß ich, dass ich Ihn verändern werde, in Zukunft weniger direkt aus meinem Buch vorlese, mehr erzählen oder demonstrieren möchte. Also: Vortrag wieder ein wenig umbauen. Und so wächst und reift er heran ... und ich mit ihm.

14 Uhr

Ich habe in der Nacht kaum schlafen können - immer wieder ging mir dieses Phänomen vom gestrigen Vortrag durch den Kopf. Im Grunde hätte ich auch am Schluss der Doppelblindaufstellung herausbekommen können, welcher Stellvertreter der Bettler und welcher der Polizist war, wenn der Stellvertreter des "Verbrechers" sich eher in Richtung Bettler orientiert und den Polizisten lieber VERMEIDET!
Aber nicht deswegen habe ich nicht schlafen können. Ich glaube vielmehr, dass hier eine Möglichkeit zum Vorschein kommt, das Phänomen der Doppelblindaufstellung in gewisser Weise "reproduzierbar" zu machen - und damit beweisbarer. Durch das Hinzustellen von Stellvertretern, die eindeutig zu den verdeckten Stellvertretern eine klare Beziehung haben (Lottogewinner + Lottogewinn), lässt sich auf energetischer Ebene etwas "erfühlen", was sonst niemand hätte wissen können.
Die Vision eines "Mentalisten" beginnt hier beweisbare Realität zu werden. Während im Fernsehen Uri-Geller-Nachfolger sich die Türklinke gegenseitig in die Hand drücken, und dabei sich doch nur (hochspannender und faszinierender) Zaubertricks bedienen, taucht hier dagegen etwas auf, das beweist: Auf irgendeiner (oft unbewussten) Ebene sind wir alle "Mentalisten". Ich freue mich, dass sich die Thematik meiner Bücher immer öfter und deutlicher und auch bei immer mehr Menschen bestätigt.
Hach, es ist soooo genial ... ich könnte platzen - ich möchte es in die Welt hinausschreien ... und doch wird sich jeder zu seiner ganz eigenen Zeit damit auseinandersetzen.
Ich danke Michael Daub, der mich auf die Idee brachte, bei der Doppelblindaufstellung solche korrespondierenden Elemente dazuzustellen.


Sonntag, 13.4. - 22.25 Uhr

So, das erste Seminar "Das Unglaubliche" aus der Seminarreihe meines Buches "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung" ist nun vorbei. Ich hätte ja den Teilnehmern am liebsten gegönnt, die Phänomene genauso zu erfahren, wie es mir letztes Wochenende in der Ausbildungsgruppe und am Dienstag im Vortrag in Stuttgart erging. Doch dieses Mal funktionierte es nicht. Ich habe es wieder demonstrieren wollen, mit den gleichen Personen (Lottogewinner, Helfer, Polizist, Bettler) - doch dieses Mal ging der später dazugestellte Lottogewinn nicht zum Gewinner (sondern zum Bettler, der total entspannt und ausgeglichen in einem Sessel saß) ... und auch die anderen Figuren ließen sich nur schwer erraten. Im Nachhinein konnte ich aber feststellen, dass der Stellvertreter des Polizisten eine stimmige Dynamik hatte, er wollte nämlich die ganze Zeit aufräumen und Dinge in Ordnung bringen.
Ich vermute allmählich folgenden Zusammenhang: Wenn eine Gruppe besonders offen und interessiert an allem ist, dann funktioniert es möglicherweise besser (bei den Zuschauern in Stuttgart war nur einer anwesend, die Familienaufstellungen nicht kannte). Wenn in einer Gruppe aber Personen dabei sind, die an manchen Übungen, Ritualen oder Phänomenen weniger Interesse haben, oder vielleicht auch nicht so geübt sind in Selbstreflektion, dann erlebe ich öfter, dass die Phänomene immer irgendwie nicht so klappen, sie sind dann nicht mehr so "beweisbar".
Ich weiß, dass ich in meinem Buch auch geschrieben habe (S. 228): "Unsere universelle Verbundenheit lässt sich nur erleben, nie beweisen, und deswegen können wir auch andere Menschen nicht davon überzeugen, dass wir Resonanz sind. Wir können es niemandem beweisen, der nicht daran glauben möchte. Jeder der auf die Trennung schaut, erfährt die Trennung. Wer auf die Verbundenheit schaut (schauen kann), erfährt die Verbundenheit. Jeder entscheidet selbst, auf welche Realität er schauen möchte, und erfährt die dazu passende Resonanz und Bestätigung für diese Realität. Das Beobachtete richtet sich nach den Wünschen, Blickrichtungen und inneren Haltungen seines Beobachters. Das ist auch gut so, denn auf diese Weise wird der Mensch vor zu schnellen Veränderungen geschützt."
Ja, .... ich weiß. Und doch möchte ich so gerne manche Menschen an diesen Phänomenen und meiner Begeisterung teilhaben lassen - gerade diejenigen, die weniger daran interessiert sind oder es nicht können ...
Noch bin ich nicht so "reif", von diesem Wunsch loszulassen - denn dann hätte ich ja auch das Buch nicht geschrieben. Dementsprechend bin ich auch immer etwas enttäuscht, wenn es bei Demonstrationen nicht so funktioniert. Um so schöner, wenn dann andere Seminarteilnehmer, denen ich von meiner Enttäuschung erzähle, mir dann bestätigen: Auch wenn es nicht so gut funktioniert habe, wie ich es vielleicht kenne. Einiges habe auf jedenfall "überzeugt" und sie seien dankbar für das Erlebte.
Ich bin gespannt, was passiert, wenn ich von meinem Wunsch, unbedingt diese fantastischen Phänomene jedem "beweisen" zu wollen, irgendwann einmal losgelassen habe. Vielleicht kann ich dann auch selbst einer Gruppe (mit vielleicht auch innerlich leicht distanzierten oder ungeübten Teilnehmern) einen stimmigeren Rahmen bieten. Natürlich hängt auch viel an mir als Seminarleiter. Ich bin gespannt, wie es sich weiterentwickelt. Auf jeden Fall spüre ich, wie ich selbst durch das Seminar intensiv dazugelernt habe.
... mein Wunsch, viele Menschen von diesen Phänomenen überzeugen zu wollen, um mich mit ihnen dann auch ausführlich darüber austauschen zu können, zeigt sich ja auch hier im Tagebuch.
Dabei gilt mein Interesse ausschließlich dem Austausch von gemachten Erfahrungen. Wesentlich weniger dem Austausch von daraus entwickelten Regeln und Grenzen. Ich will wissen: Was passiert hier eigentlich? Wie kann man es logisch begründen und diese Begründung auch durch ein Phänomen "reproduzieren"? ... Wobei ich dann ja schon wieder einschränken will, und diese Phänomene lassen sich einfach nicht einschränken - ich suche nur nach der allumfassenden "Form", die diese Phänomene vollständig integrieren kann, und mit der ich dann gezielter umgehen lernen kann, sie auch gezielt vermitteln kann ... und schon wieder erschaffe ich durch diesen Wunsch eine Form, in die ich die Phänomene vermittelbar eingrenzen möchte, einfangen möchte, um sie dann in diesem Käfig überall herumzeigen zu können.
Eine Gruppenteilnehmerin sagte heute: Vielleicht zeigen Aufstellungsphänomene immer unseren "Schatten" - also das, was wir gerade nicht anschauen wollen oder können? Und wenn wir diesen Schatten erkannt und integriert haben, verändert sich der Spiegel und zeigt uns den nächsten Schatten ... und je weniger Schatten, desto klarer der Aufstellungsspiegel und das Phänomen ... auf diese Weise wäre erklärbar, warum ein telepathisches Phänomen sich nicht zuverlässig reproduzieren lässt.
Ich suche weiter nach Erfahrungen und Erklärungen....und möglicherweise auch nach der Erkenntnis, die mich endgültig von dem Wunsch loslassen lässt, andere Menschen überzeugen zu wollen, ihre Wellenlänge zu meinen Erkenntnissen einfangen zu wollen ...
... oder ich erkenne den Hintergrund meines Wunsches ... oder mache irgendwann immer mehr geniale Erfahrungen im Austausch mit anderen ...
Ich bin gespannt, wie es weitergeht (spannender als jeder Krimi!)


Montag, 14.4. - 10.15 Uhr

Text aus meiner heutigen kosmos-forum-Rundmail über den Spruch:
"Der Böse hat kein Gewissen,
weil er amoralisch ist;
der Gute hat kein Gewissen,
weil er sich für das Gewissen hält."
(Anselm Vogt)
Mir wird in den letzten Wochen immer klarer: Wertungen hängen NUR von unseren persönlichen oder gesellschaftlichen Zielen ab. Wer kein Ziel hat, hat auch keine Wertung, denn dann gibt es nichts, zu dem man sagen kann: Das gehört dazu - oder: Das gehört nicht dazu.
Das Böse ist meistens etwas, das nicht dazugehören soll, ... obwohl es in den allermeisten Filmen vertreten ist und immer wieder bei allen möglichen Betrachtungen eine Rolle spielt. Logisch, denn das Böse gehört als das Auszuschließende zu unserem Leben dazu. Jeder "Fehler" am Klavier beim Üben ist etwas "Böses". Doch durch solche Fehler lernen wir erst, unser Ziel zu erreichen.
Auch der Begriff "amoralisch" enthält die Voraussetzung, dass hier eine Moral vorgegeben ist, also ein Ziel, ein Wunsch für einen bestimmten "moralischen" Zustand, in den einige Verhaltensweisen hineinpassen, und andere nicht, also amoralisch sind. Und der "Gute" ist nur gut, weil er sich selbst als den Guten definiert hat. Er sagt: "So wie ich bin, ist es richtig." Und damit hat er sich selbst und seine eigenen Sichtweisen als das Ziel definiert. Und zu diesem Ziel gibt es Dinge, die dazugehören, und Dinge, die nicht dazugehören. Wertung ist völlig natürlich.
Kein Wunder, dass dann die Satsanglehrer überall verbreiten, dass das Glück im einfachen "Sein" zu finden ist. Das ist auch ganz logisch. Denn wenn man einfach nur IST, ohne jeglichen Ziele und Bedürfnisse und Wünsche, dann gibt es auch keine Wertungen, denn alles gehört zum Sein dazu. Es gibt nichts, das nicht existiert, also nichts, das nicht zum SEIN dazugehört. Alles gehört dazu. Folge: Keine Wertungen, kein Ausschluss, kein Schmerz, bzw. Wertungen, die zum SEIN dazugehören, Ausgrenzungen, die zum SEIN dazugehören, Schmerz, der zum SEIN dazugehört.
Wir haben es selbst in der Hand, ob wir uns Wertungen erschaffen - nämlich einfach durch unsere persönlichen Zielsetzungen. Je nach Ziel, je nach Wunsch, je nach Bedürfnis, je nach Vorstellung entstehen automatisch auch Grenzen und Wertungen, denn bei jedem Ziel gibt es Dinge, die uns zur Zielerreichung nicht dienlich sind, also als "nichtdazugehörig" gewertet werden, ausgegrenzt werden.
Wer diesen "Automatismus" in der Welt als "natürlich" und "normal" erkennt, der kann auf einer neuen Ebene sagen: "Wertungen gehören immer dazu, also auch das Böse und das Gute. Und da alles dazugehört, ist selbst das Böse ein Teil des absoluten allumfassenden Guten, des einfachen SEINS."
Ganz einfach. Ganz logisch (wenn auch manchmal schwer nachzuvollziehen, wie bei zunächst undurchschaubaren Mathematik-Aufgaben. Ist die Logik aber erkannt und selbstständig nachvollzogen, ist es ganz einfach...).
Übrigens: Wollen wir unsere eigenen Wertungen überdenken, dann müssen wir auf unsere dahinterstehenden Ziele/Wünsche/Bedürfnisse schauen und uns fragen, wie wir diese erweitern/verändern können.
... gewusst, wie.


Mittwoch, 16.4. - 9.50 Uhr

... es ist in gewisser Weise immer wieder befreiend, wenn ich bei bestimmten Gedanken oder Erlebnissen, in denen grenzensetzende Menschen eine Rolle spielen, daran denke, dass diese Grenzen nichts anderes sind als eine natürliche Folge von selbst gesteckten Zielen/Wünschen/ Bedürfnissen desjenigen. Oder von übernommenen Zielen/Wünschen/Bedürfnissen aus der Gesellschaft, in der wir leben. Und dass diese Ziele/Wünsche/Bedürfnisse immer wieder veränderbar sind, so derjenige diese auch verändern möchte. Am Ende hängt also alles am Bewusstsein und Willen desjenigen, der die Grenze setzt oder lebt. Menschlich.
Wo steckt also unsere "Macht" und jegliche Macht, die es gibt? Im Bewusstsein und Willen eines jeden einzelnen Lebewesens.
Ja, und was mich betrifft, so habe ich die freie Wahl - so es mir bewusst ist - mich dem Bewusstsein und Willen eines anderen Wesens oder einer Gruppe zu unterwerfen oder mich ihr zur Verfügung zu stellen - oder es eben nicht zu tun. Diese freie Wahl hängt davon ab, was ich überblicken kann, was mir also bewusst ist, und auch davon, was ich selbst will, was meine Ziele/Wünsche/Bedürfnisse sind.
Mein Weg ist also:
- Nachdenken, damit ich noch mehr Zusammenhänge überblicke und mir bewusst machen kann.
- Entscheiden, was ich will.
- Warten, bis mir etwas bewusst wird oder bis ich etwas entscheiden kann (und manchmal ist genau dieser Zustand, in dem man wartet, nicht besonders angenehm und wird als "Leid" bezeichnet).


Freitag, 18.4. - 15 Uhr

Mein Buch ist soeben bei Amazon in der Bestsellerliste aller Bücher wieder auf Platz 5 hochgerutscht ... ich werd echt verrückt. Das ist der Super-Hammer!!! Möglicherweise liegt das daran, dass gestern der neue Prana-Haus-Katalog an viele Haushalte verschickt wurde, und auch der Katalog des Kopp-Verlags ist neu erschienen, man hat mir mitgeteilt, dass dort zwei Seiten über mein Buch geschrieben wurden.
... ich weiß gar nicht mehr, wohin mit mir ...
Natürlich: ... auf der einen Seite große Freude, auf der anderen Seite eine absolute Ahnungslosigkeit, was da wohl noch auf mich zukommt.
Hab gerade nicht so viel Zeit, da ich den zweiten Teil meiner Ausbildungsgruppe vorbereite - für heute Abend und dieses Wochenende. Eigentlich habe ich ab Montag erst wieder etwas Luft, doch dann steht schon die Vorbereitung des Seminars "Parallele Realitäten" an. Und Anfang Mai ist der nächste Vortrag in Bretten. Es kommt jetzt schon heftig auf mich zu - und ich weiß immer, ich habe mir diese Termine selbst gewählt. Fühle mich also nicht als Opfer. Aber anstrengend ist es teilweise schon, da ich an mich selbst den Anspruch habe, möglichst alles das zu erfüllen, was ich selbst auch erfüllen möchte. Ich möchte meinen eigenen Ansprüchen genügen ... und daran habe ich in gewisser Weise Spaß, aber es ist auch mit Kraft verbunden, wie ein normales Krafttraining: Ich habe Spaß daran, komme dabei jedoch natürlicher Weise ins Schwitzen.


Dienstag, 22.4. - 22 Uhr

Ich denke gerade wieder über abwertende Rezensionen nach. Es ist z.B. wieder einmal eine bei Amazon veröffentlicht worden. Falls sie irgendwann einmal wieder gestrichen werden sollte (weil sie vielleicht Amazonrichtlinien verletzt), zitiere ich sie hier:

" Das pseudowissenschafltiche, im leicht überheblichen Stil verfasste Buch von Olaf "Jesus" Jacobsen, gefällt mir überhaupt nicht.
Viel zu theoretisch, wissenschaftlich nicht zu belegen (z.B. die Familienaufstellungen) und teilweise nicht nachvollziehbar.
Ich spüre den Veränderungswunsch, die 12.90 € lieber an hungernde Kinder in Afrika gespendet zu haben.
Wie "Jesus" rate ich zu Büchern von Doris Wolf & Rolf Merkle!"

Solche Rezensionen kommen ab und zu vor - und auch nicht nur bei meinem Buch. Man braucht sich nur einmal den Rezensions-Wald des Mega-Bestsellers "Feuchtgebiete" anzuschauen. Und das Interessante: Dort gibt es mehr Abwertungen als Aufwertungen - und das Buch ist trotzdem an der Spitze - auf Rang 1.
Im November machte ich konkret noch die Erfahrung, dass zumindest das Veröffentlichen einer solchen abwertenden Rezension über mein Buch mit dem starken Abfall der Verkaufszahlen einherging. Ob diese nun Auslöser war, kann ich natürlich nicht genau sagen.
Das Interessante an der ganzen Sache ist, wie ich mir über das alles Gedanken mache. Viele würden sagen: Achte doch einfach nicht drauf. Stelle dich diesen abwertenden Realitäten nicht zur Verfügung. Aber irgendwie will ich es nicht so einfach haben, will es nicht ignorieren. Irgendetwas in mir untersucht mich selbst dabei, wenn ich solch einer Abwertung und Ironie mir gegenüber (Olaf "Jesus" Jacobsen) begegne.
Mir ist klar, dass ich in meinem zukünftigen Dasein als Bestsellerautor immer wieder solchen Wertungen begegnen werde. Es ist also "verschwendete Energie", immer wieder so etwas ausschließen zu wollen. Ganz kalt lässt es mich auch noch nicht, aber ich werde irgendwie immer gelassener.
Parallel dazu beobachte ich auch folgendes Phänomen: Ich schaue sehr häufig auf den Verkaufsrang meines Buches bei Amazon. Es hat sich im Laufe der letzten Monate ganz allmählich nach oben geschraubt - und vor ein paar Wochen, als der Verlag Lieferschwierigkeiten hatte, weil er in neue Räumlichkeiten gezogen ist und versäumt hatte, rechtzeitig die neue Auflage zu bestellen, ist das Buch von ca. Rang 15 auf ca. Rang 25 wieder abgefallen. Mein Gefühl: Enttäuschung!
Ja, ABER ... einige Wochen davor war ich fasziniert am Beobachten, wie konstant mein Buch sich zwischen Rang 40 und Rang 30 bewegte. Und ich freute mich riesig darüber, denn ein paar Wochen davor war ich noch konstant um Rang 50 herum!!!
Dieses Phänomen ist echt der Hammer. Im Moment ist es so: Mein Buch war drei Tage auf Rang 5 - und ist im Moment auf Rang 6 abgesackt, weil das Buch von dem bekannten amerikanischen Schauspieler Hugh Laurie "mich" überholt hat. Dabei "weiß" ich, dass dies nicht unbedingt bedeuten muss, dass von meinem Buch weniger Bücher bestellt werden. Es werden nur gerade sehr viele Bücher von Laurie gekauft. Und doch bin ich traurig! Über Rang 6 !!! Nachdem ich mich schon so an Rang 5 gewöhnt hatte!!!
Ich "muss" mir regelrecht sagen: "Hey, Olaf, schau mal, wo du noch vor ein paar Wochen warst. Schau mal, wo du noch vor ein paar Monaten warst. Schau mal, wo du noch vor ein paar Jahren warst!" Und ich muss mich anstrengen, diesen Vergleich zu meiner früheren Vergangenheit tatsächlich aufrechtzuerhalten.

Ich glaube, durch diese Erfahrung kann ich jetzt nachvollziehen, wieso manchen Menschen es so schwer fällt, von ihrem Luxus loszulassen, obwohl - wenn Sie die Hälfte Ihres Vermögens Spenden würden - immer noch luxuriös überleben würden. Irgendetwas in uns konzentriert sich auf kleine Fenster in der Gegenwart und auf die dort stattfindenden Bewegungen. Jede kleine Abwärtsbewegung unseres Lebensstandards löst eine Krise aus, und jede kleine Aufwärtsbewegung eine Freude. Völlig egal, auf welchem Niveau wir uns befinden.
Natürlich muss ich Jesus jetzt aufpassen, dass ich diese bei mir selbst beobachtete "Wahrheit" nicht verallgemeinere und sage, dass dies für alle Menschen gilt. Aber vielleicht kann sich in dieser Beobachtung so mancher wiederentdecken.

Tja, und wenn dann eine solche abwertende Rezension veröffentlicht wird, treten natürlich alle anderen positiven und überwältigenden 5-Sterne-Rezensionen SOFORT in den Hintergrund - und die Sorge steigt auf: Werden sich die Leser davon beeinflussen lassen?
Dabei wünsche ich mir doch gleichzeitig, dass sie sich auch von den positiven Rezensionen beeinflussen lassen! Und schließlich habe ich mich ja auch intensiv darum gekümmert, alle Texte über das Buch so hineinzusetzen, wie es jetzt dort auf der Amazon-Seite zu sehen ist.
Ganz schön widersprüchlich - die eigenen Gefühle und Wünsche ...
Oder andersherum: Dieser Widerspruch ist völlig normal, wenn man auf den Grundsatz schaut, dass Mensch lieber gewinnt als verliert.
Und dann ist Mensch auch noch so schlau, einen Spruch wie diesen auf die Welt zu bringen: "Der Klügere gibt nach." Damit ist der Verlust in einen Gewinn umdefiniert.

Ziel?
Je genauer ich dies alles beobachte und reflektiere, desto "beweglicher" werde ich. Ich übe also zur Zeit intensiv, die Gegenwart aus unterschiedlichen Perspektiven anzuschauen. Schaue ich auf den Rang 6 von Rang 5 oder gar 4 aus? Oder schaue ich auf Rang 6 von Rang 1200 aus (auf dem sich das Buch im November 2007 kurzzeitig befunden hatte)??
Schaue ich auf so eine Rezension mit dem Gefühl, dass alle Menschen sich davon überzeugen lassen?
Oder schaue ich darauf, dass jemand sich selbst Luft gemacht hat, es sein Bedürfnis war, seine Realität zu veröffentlichen und dadurch eine kleine Gruppe von Menschen, die ähnliche Bedürfnisse haben, in seinen Bann zieht, den Großteil jedoch nicht erreichen kann, da viele Leser seine Übertreibungen als unangemessen im Vergleich zu allen anderen Rezensionen und Texten über das Buch (und womöglich noch positiven Empfehlungen von Freunden) einstufen?
Oder schaue ich darauf - mit einem Achselzucken und dem Gedanken: "... ja, und auch das gehört dazu.", einem wissenden Lächeln, und kann anschließend loslassen und mich auf anderes konzentrieren?

Ich habe die Wahl. Und ich übe, immer leichter wählen zu können. Dazu gehört auch das Loslassen von Gewonnenem. Denn wenn ich eine Position wechseln möchte, muss ich logischerweise auch von dem Ort loslassen, auf dem ich gerade stehe. Sonst komme ich nicht vom Fleck.
Eigentlich ganz banal - und doch hält in mir etwas fest, dieser Wunsch, das Gewonnene weiter auszubauen. Ganz schön teuflisch.
Ideal wäre, jeden Moment immer wieder ganz von vorne anzufangen, oder von einer ganz "tiefen" Position aus anzuschauen. Dann müsste ich Freude pur erleben - ständig.

Mein Gott, was ist das für ein Luxus, immer mehr in die "Öffentlichkeit" zu gelangen - und das "nur" mit einem selbstgeschriebenen Buch! Der Hammer.  :-)
... mit diesem Gedanken und einem Lächeln gehe ich nun schlafen. :-)

Ach, übrigens, ich habe entdeckt, dass mein Buch in der Bestsellerliste aller Ratgeber des Magazins "Focus-Online" aufgetaucht ist - als Neueinstieg gleich auf Platz 16! Oh Mann, ich glaube, ich hab´s ganz schön gut!!  :-)))

22.55 Uhr

Ich musste gerade noch einmal einen Blick auf den Rang werfen: Platz 8!  Stich ins Herz. Platz 6 adé...
Gar nicht so einfach, die Position zu bewahren, dass ich es im Vergleich zu vielen anderen Ratgeber-Autoren gar nicht so schlecht habe. Ob 6 oder 8 oder vielleicht auch mal wieder 15 ... was soll´s? Entscheidend ist doch auch: Es gibt kein Zurück mehr. So viele Menschen besitzen inzwischen das Buch - und ein Großteil ist absolut begeistert, was ich von vielen Mails und vor allem durch den ständig steigenden Verkauf weiß. Sehr viel läuft dabei über die Mundpropaganda. So schlecht kann es also gar nicht sein. Und in Holland will man es auch veröffentlichen.
Ich muss mir das immer wieder bewusst machen, um solche Mini-Verluste zu entkräften. Mal sehen, ob sich dieses Thema irgendwann einmal in Wohlgefallen auflöst - oder ob ich immer wieder damit zu tun habe.
Wenn ich eine Lösung dafür gefunden habe, werde ich es hier mitteilen.

... noch ein Gedanke, der mich wieder lächeln lässt: Mein Buch hat es ohne das Medium "Fernsehen" bis dort nach oben geschafft. Und auch ohne die Hilfe eines "großen" Verlages wie z.B. Goldmann. Das muss also doch wieder irgendwie für mich und den Inhalt meines Buches sprechen.
Also, wie gesagt: Wenn ich für dieses HinundHer in meinen Gefühlen eine Lösung gefunden habe, werde ich diese veröffentlichen. Vielleicht kann ja noch jemand anderes dann etwas damit anfangen. Oder vielleicht weiß auch irgendjemand dafür eine effektive Lösung?


Mittwoch, 23.4. - 11 Uhr

Hallo Olaf,
eine kurze Reaktion auf Deinen letzten Tagebucheintrag:
Zum Einen bist Du wieder auf Platz 6 (;-)), zum anderen: Ist Dir aufgefallen, dass auf die negative Rezension gleich mehrere Kommentare gefolgt sind? Nicht nur von Dir (und mir), sondern auch andere haben zu verstehen gegeben, dass unsachliche Kritik nicht gern gesehen ist.
Und noch etwas: Du sprichst von "Luxus" Deines "Bestseller-Daseins". Wäre nicht möglicherweise ein Aspekt Deines "Engagements" bezüglich der Bewertung Deines Buches auch der, dass es "Deins" ist, Dein Herzblut daran hängt, all das, was Du über Jahre hinweg in sicherlich nicht immer einfachen Wegen be-weg-t hast? Es ist viel Persönliches in Deinem Buch, das fern von Bestseller-Rängen Bedeutung hat. Manchmal ist es fatal, wenn genau das in ein pseudo-objektives Wertungssystem eingefügt wird... Ich kann Deine Reaktion jedenfalls gut verstehen und sage dazu: "Auch das gehört dazu." ;-) (entschuldige, wenn ich Deine Worte "klaue", aber mit guten Zitaten mache ich das ganz gern ;-))
Liebe Grüße
Andrea

14 Uhr

(Noch bevor ich Andreas Email gelesen hatte:)
Hmmmm.... das Buch ist immer noch (wieder) auf Rang 6. Also, die Rezensionen scheinen nicht mehr so eine große Wirkung zu haben, wie es noch im letzten Jahr war, als auch die Zeitschriften-Rezensionen noch nicht im Netz standen und der Amazon-Käufer nur die Leser-Rezensionen als Orientierung hatte.
Inzwischen hat Amazon die Rezension gelöscht und dafür eine andere hineingesetzt, die schon mal drin war, aber auch bereits gelöscht wurde. Anscheinend liegt es Amazon daran, auch mal negative und destruktive Kritiken zu veröffentlichen. Und ich dachte, die Mitarbeiter von Amazon sind bestrebt, ihre eigenen Richtlinien möglichst einzuhalten. Naja, das hätte ich mir aber auch schon vorher sagen können, dass es nicht so ist, denn bei "Feuchtgebiete" oder "The Secret" oder "Bestellungen beim Universum" sind eine ganze Menge destruktiver Kritiken von Amazon geduldet.
Ich lasse immer mehr los...

14.30 Uhr

Jetzt ist auch diese Rezension wieder gelöscht. Interessanterweise fühle ich weder Erleichterung noch Freude. Ein Zeichen dafür, dass ich nach etwas anderem suche.
Es hat sich zwar ein "Auslöser" zurückgezogen, aber ich bin inzwischen bei einer tiefer liegenden "Baustelle" angelangt. Beim Mittag kam mir der Gedanke, dass es hier irgendwie um meinen Wunsch nach Verständnis geht. Nicht nach Anerkennung. Es genügt mir vollkommen, wenn mich mein Gegenüber versteht, sich aber für etwas anderes entscheidet und das Verstandene nicht anerkennt. Aber wenn mein Gegenüber mich noch nicht einmal wirklich verstanden hat und sich schon gegen mich richtet, ... das löst in mir ein ungutes Gefühl aus, über das ich hier immer weiter nachdenke.
Ja, Verständnis. Das kann ich auch auf den Verkaufsrang übertragen. Sobald er ein wenig sackt, projeziere ich darauf, dass man das Buch nicht so versteht, wie es gemeint ist, und sich davon abwendet ... weil man es missverstanden hat.
So viele Filme und Romane spielen mit diesem Element, bei dem ein Mensch den anderen missversteht und sich daraus eine schreckliche Verstrickung ergibt. Der Zuschauer oder Leser leidet, weil er doch weiß, wie es "richtig" wäre. Doch es löst sich erst irgendwann beim "Happy End".
Ist mein Wunsch nach verständnisvollen Happy Ends so stark? Genieße ich die Filme, die fast alle ein Happy End haben, und kann dann den Alltag nicht ertragen, in dem die Happy Ends auf sich warten lassen, weil sich überall Missverständnisse breit machen??
Irgendetwas ist da dran. Wenn ich den Verkaufsrang von unten und aus der Vergangenheit aus anschaue: Genial, was für einen Erfolg ich mit meinem Buch und meinen Gedanken habe!! Happy End!
Doch schaue ich z.B. auf diese destruktiven Rezensionen oder auf desinteressierte Menschen, die nicht an "Telepathie" glauben, kenne aber diese Phänomene bald wie meine Westentasche und WEIß, dass sie keine Einbildung sind, dann: kein Happy End, sondern der Wunsch nach dem Happy End wird wieder größer = Ungleichgewicht in mir.
Warum bedienen uns die Filmindustrie und die Romanschreiber mit so unendlich vielen Happy Ends??
Das muss doch irgendwie mit uns Menschen zu tun haben, oder? Und auch mein Buch verspricht ja Happy Ends: "Wie Sie sich von belastenden Gefühlen befreien und Beziehungen völlig neu erleben."
Kein Wunder: Happy Ends sind Nahrung für unsere Seele, unsere Gefühle, sie lösen auch in uns selbst Happy Ends aus, wir können zu äußeren Happy Ends in Resonanz gehen und dadurch auch innere Happy Ends erleben.
Und was ist ein Happy End? Ziel erreicht. Verständnis. Erlösung. Wellenlänge. Wittgenstein schrieb einmal so ähnlich: "Eine Lösung erkennt man am Verschwinden des Problems."
Das bedeutet also, dass ein Happy End auch mit Veränderungswünschen zu tun hat. Denn habe ich keine Wünsche, so habe ich auch keine Ziele - und brauche keine Happy Ends, da ich keine Probleme habe. Die Existenz von Wünschen, Bedürfnissen, Zielen erschaffen gleichzeitig auch die Existenz von Wertungen (das gehört zu meinem Ziel dazu, das andere nicht). Selbst das Ziel, die Wertungen aufzulösen, enthält eine Wertung, nämlich den Ausschluss von Wertungen.

Also komme ich wieder einmal auf das selbe Fazit, auf das ich bei solchen Überlegungen immer wieder komme: Solange ich lebe und bestimmte Wünsche habe, muss ich mit Grenzen, Abgrenzungen, Ausgrenzungen, Stichen, Spannungen, etc. leben. Sie sind einfach eine natürliche Folge der Existenz meiner Sehnsüchte und Wünsche nach Happy Ends.
Und selbst wenn ich versuchen würde, alle meine (Veränderungs-)Wünsche aufzugeben - warum versuche ich es?!? Um endlich ein Happy End zu erreichen!!! Hinter dem Versuch, alle meine Wünsche loslassen zu können, steckt ebenso ein Wunsch.
Ein Kreislauf, aus dem ich nicht herauskomme. Niemand.
Ergo: Diese Auf und Abs, diese Stiche, die Enttäuschungen, die Verletzungen, Schmerzen, alles das, was uns Menschen so unangenehm ist, ist ein völlig natürlicher Teil des Lebens. Es ist eben immer wieder nur die Frage, welche Wünsche und wie intensiv wir diese Wünsche verfolgen. Je nachdem gestalten sich auch die damit zusammenhängenden Ausgrenzungen, "Grenzerfahrungen", Stiche.
Übertragen auf die Rezensionen und meine Reaktion darauf?
Alles völlig normal. So, wie jeder Muskelkater, wie der Schmerz bei einer Operation, der Schock bei einem Unfall, der Schmerz beim Fremdgang einer Partnerin, die Anstrengung beim Wandern in den Bergen, ...
Herzlich willkommen in meinem Leben. :-))
Und nun freue ich mich auf die nächste Krise. :-)))  - entweder mit oder ohne Happy End. :-))

Die ausschlaggebende Erkenntnis, die ich jetzt gebraucht habe, war: Wenn ich das Ziel verfolge, ziellos zu sein (wunschlos glücklich), um Grenzerfahrungen (Verletzungen, Ausgrenzungen) nicht mehr erleben zu müssen, so ist dies ein unlösbarer Widerspruch. Nicht lösbar. Also kann ich DIESES Ziel jetzt aufgeben.
Ich habe für mich ja die Sichtweise entwickelt (siehe meine Bücher "Nichts ist All-ein / Alles ist in Resonanz"), dass jedes Element den Wunsch nach Gleichgewicht hat. Alles besteht aus Wünschen. Das bedeutet also, dass der Wunsch nach Wunschlosigkeit unerfüllbar ist - in dieser Sichtweise.
Und da jeder Wunsch, jedes Ziel, jedes Bedürfnis automatisch Wertungen erschafft (= Ausgrenzungen), gibt es auch keine Wertungslosigkeit.
Ich musste das jetzt einfach nochmal schreiben, um es mir noch klarer zu machen...

... und wenn ich diesen Widerspruch irgendwann einmal wieder vergessen habe, durchlebe ich diesen Prozess noch einmal - vielleicht dann ein bisschen schneller, weil er mir möglicherweise schneller wieder einfällt.


Donnerstag, 24.4. - 11.30 Uhr

Der Rezensionsschreiber, dessen Rezension ich oben reingesetzt habe (am Dienstag), hat mir eine kurze Mail geschrieben und mir darin unterstellt, ich würde das Hauptziel besitzen, Luxus um mich herum anhäufen zu wollen, sprich: Mein Ziel sei, reich zu werden und viel Geld zu besitzen.
Das tut gut - denn werde ich doch daran erinnert, dass ich mir als Jugendlicher "geschworen" habe, nicht in Luxus zu schwelgen.
Sicher werde ich mir das eine oder andere gönnen und freue mich über das Geld, das ich jetzt erhalten werde (nach vielen Jahren des Lebens als freiberuflicher Künstler an der finanziellen Existenzgrenze ohne Polster, und dann auch noch eine Zeit lang in Schulden lebend, ist das natürlich jetzt ein Segen für mich). Und doch gibt es da immer noch diesen Schwur in mir. Der liebe Rezensent hat mich daran erinnert, dass es mein eigentliches Ziel ist, mit diesem Geld in möglichst verschiedener Weise anderen zu "dienen". Zunächst wird es mir dazu dienen, dass ich noch weitere Projekte ausbauen kann (Hörbuch, Übungsbuch, ...), und dann wird es mir dazu dienen, möglichst viele Seminar-Angebote sehr kostengünstig und auch weiterhin kostenlos anzubieten. Was dann später noch für soziale Projekte dazukommen, werde ich sehen. Auf jeden Fall ist das ein Teil meines Engagements: Die "Umsicht" für andere, wie es meine Mutter auszudrücken pflegt.

12.20 Uhr

lieber olaf,

deine reflektion über das thema abwertende rezension habe ich mit interesse verfolgt.
schließlich schreibst du dann über anerkennung und verstanden werden wollen.
das sind zwei themen, die mich sehr begleiten ;-)
hier meine gedanken dazu, vielleicht interessieren / inspirieren sie dich:
wenn mir einer sagt: du bist so klar / du hast soviel klarheit
- (und das hast dann ausgerechnet du gesagt ;-) nach meiner aufstellung, kommt aber sonst auch gelegentlich vor) -
dann kommt es vor, dass ich das nicht als anerkennung empfinde, sondern als: da versteht jemand z.B. mein bedürfnis nach noch mehr klarheit nicht.
- (und das hast du dann ausgerechnet benannt und in dein feedback integriert, nämlich -sinngemäß- indem du sagtest, dass du dir schon vorstellen kannst mit welchem inneren anspruch ich da bin.)
anerkennung ist wohl bei nicht-verstehen hohl und keine "echte" anerkennung
und verstehen ist letztlich eine form der anerkennung - mindestens dessen was ist, vielleicht sogar mehr,
nämlich annahme als person / mensch,
wert eine inhaltliche auseinandersetzung zu führen oder wert auf eine zu verzichten, weil die unterschiedlichen standpunkte geachtet werden können.
also auch achtung steckt mit drin und die 8 ist "unendlich" und unendlich ist das SEIN
(ein wortspiel - ich mag es)
und ganz am rande: ich habe schon gezuckt, als ich den jesus satz las, ich empfand ihn auch als abwertung, die ich nicht wegreden möchte, und ich habe - als nichtbetroffene- folgenden gedanken dazu gehabt:
jesus wird ja auch eventuell von vielen nicht verstanden.und entsprechend "benutzt". als einzige heilsfigur, als ikone der macht, als nicht existent oder als wahn und illusion oder oder oder.
in meinem verständnis hat jesus u.a. als ausdruck der liebe und der freiheit durchaus einen positiven wert ("gehört also dazu"). und wenn du jetzt durch dein sein (und durch dein tun) liebe und freiheit in der welt ausdrückst, dann ist es wert, das anzuerkennen ("gehört dazu")

also jesus, sind wir nicht alle ein bischen jesus? ;-)

und nun noch ein element: das element das macht, dass ich entspannt und gerne aufstehe...
(nachteulen + langschläfer thematik)
es hat nicht nur sofort gewirkt, es hat mir unaufgefordert und freiwillig erklärt, dass ich nur weil ich früher aufstehe, nicht mehr arbeiten muss.
ich darf die "gewonnene" zeit "einfach so" haben.

so, lieber olaf, sei herzlich gegrüßt von annette, die sich auf den 8. mai freut.


Freitag, 25.4. - 7.30 Uhr

Ich habe gerade meinen Eintrag vom Sonntag, 13.4., noch einmal durchgelesen - und mir fällt auf, dass sich mein Wunsch, andere Menschen von diesen genialen Phänomenen beim Aufstellen überzeugen zu wollen, relativiert hat. Jetzt ist es eher so: Ich weiß, dass die Möglichkeit dieser faszinierenden Erfahrung besteht - für jeden. Man muss sich nur ein wenig dafür interessieren und es mit befreundeten Menschen ausprobieren, und schon wird man selbst Erfahrungen machen können, die man selbst aus dem "normalen Alltag" kaum kennt (wenn man sich bisher mit telepathischen Gefühlswahrnehmungen noch nicht so sehr auseinandergesetzt und noch nicht die Aufmerksamkeit darauf gelenkt hat). Also: Die Möglichkeit besteht und jeder kann sich "bedienen". Ich "muss" nicht mehr die Menschen dorthinführen. Ich zeige nur drauf. Und jeder hat die Wahl, wie weit er es selbst erfahren und untersuchen möchte.
Als Bild kam mir: Wir sind alle zusammen in der Wüste und haben Durst. Ich finde eine Wasserquelle, trinke daraus und erzähle den anderen davon. Manche halten diese Quelle für eine Fata Morgana und halten sich davon distanziert. Bisher habe ich dann so reagiert, dass ich versucht habe, der Quelle Wasser zu entnehmen und es diesen Menschen zu bringen. Mancher hat es dann sogar noch abgewehrt, weil er sich bevormundet vorkam. Jetzt kann ich besser loslassen und mir sagen: "Ich habe die Information weitergegeben. Was derjenige damit jetzt macht, ob er trinkt oder es eher für eine Fata Morgana hält, bleibt ihm überlassen."
Vielleicht hat diese neue Gelassenheit mit der Auseinandersetzung der oben aufgeführten Rezension zu tun? ... Ja, ich lese es gerade noch einmal. Ich habe am Mittwoch von einem bestimmten Drang loslassen können, habe erkannt, dass Wertungen völlig normal sind, immer und überall, und dass der Wunsch nach Wertungslosigkeit und damit nach Wunschlosigkeit ein Widerspruch in sich ist, und ich habe aufgehört, gegen Wertungen zu kämpfen. Und schon hat sich auch der Wunsch verflüchtigt, andere Menschen in Ihren (Ab-)Wertungen gegenüber diesen Phänomenen (wenn sie diese noch nicht erlebt haben) zu beeinflussen, sie überzeugen zu wollen/müssen.
Interessant. Ich löse an einer Stelle einen Widerstand und erlebe, dass sich dadurch an anderer Stelle gleichfalls etwas aufgelöst hat. Die Erfahrung mache ich immer wieder.

Mir fällt gerade ein, dass ich dieses "Werkzeug" eigentlich schon immer anwende. Wenn ich irgendwo ein Problem habe, dann suche ich so lange nach einer logischen Erklärung dafür, bis die Erkenntnis einer gewissen Logik das Problem auf einmal klärt. So auch hier mit dem logischen Widerspruch des Wunsches nach Wertungslosigkeit / Wunschlosigkeit.
"Meine" Logik befreit mich - Stück für Stück.
Deswegen empfinden manche Leser meine Texte auch öfter als "abstrakt" oder "kopflastig" oder sehr "theoretisch". Vielleicht sind es Leser, die auch bei Mathematik ihre Schwierigkeiten hätten?
Auf jeden Fall kann ich bestätigen: Ich suche innerlich nach Theorien, nach Gedanken, nach Erkenntnissen, die mich befreien - und das wirkt sich dann auch körperlich und seelisch aus. Ich fühle mich immer freier und klarer und selbstsicherer. Ich entlarve mich und meine Widersprüche - und lerne dadurch auch, die Widersprüche meiner Umwelt zu erkennen, zu entlarven und anzuerkennen, was auch bedeutet: zu lieben, wie es ist.
Und wenn ich dann diese Klarheit, diese "Liebe" in Worte fasse, gibt es einige, die sie als sehr "theoretisch" empfinden, wenn sie sie hören oder lesen. Sie können es selbst nicht nachvollziehen.
Und das wiederum kenne ich aus meiner Kindheit. In der Schule haben wir oft Texte lesen müssen, die ich damals absolut nicht nachvollziehen konnte. Ich konnte mich auch nicht richtig darauf konzentrieren, wusste nicht, was dort gemeint war, empfand es als verwirrend oder theoretisch oder abstrakt ... bis ich mir selbst über mein Leben, meine Gefühle, meine Schmerzen Gedanken machen musste, meine Erfahrungen gesammelt habe, Erkenntnisse gefunden habe - und nun mit meinen Erfahrungen vieles nachvollziehen und verstehen kann. ... und viele Parallelen entdecke zwischen meinen Erfahrungen und den Erfahrungen anderer Persönlichkeiten. Hochfaszinierend für mich, immer wieder.
Nicht: Ich habe Texte studiert und kennengelernt und dann die gelesenen Sichtweisen übernommen, weil ich sie gelernt habe.
Sondern: Ich habe mich selbst studiert, bin auf "eigene" Sichtweisen gekommen, und entdecke nun viele Menschen, die sehr ähnliche, fast gleiche Sichtweisen über sich und das Leben haben, wie ich. Nicht nur Menschen in der Gegenwart, sondern auch aus vergangenen Jahrhunderten. Und auf einmal fühle ich mich nicht mehr alleine und unverstanden. Sondern ich erlebe durch die Parallelitäten in den Sichtweisen - in den Erkenntnissen - eine tiefe Verbundenheit mit vielen, mit dem Leben, mit dem Universum.
Dann schreibe ich auch noch darüber - und plötzlich fühlen sich unglaublich viele Menschen von meinen Sichtweisen angesprochen. Ich staune immer wieder über das Leben, offen, ergriffen, auch Kopf schüttelnd ("...unglaublich..."), mich freuend, ...

Ich komme noch einmal zurück zu meinem Beispiel mit der Fata Morgana. Dieses Beispiel könnte auch zeigen, wie "überheblich" ich bin und was ich wohl für "Wahrheiten" verbreite, und warum manche mich als "Messias" oder "Jesus" einstufen: Es ist eindeutig zu sehen, dass ich bei diesem Beispiel davon ausgehe, dass das Wasser, was ich gefunden habe, real ist. Wenn ich aus der Perspektive der Menschen schaue, die mich abwertend "Jesus" nennen, dann sehen die mich als einen Verrückten, der meint, soeben eine Quelle gefunden zu haben, und sich einbildet, sogar daraus getrunken zu haben. Sie denken: "Dabei war das doch nur eine Fata Morgana!! So durchgedreht muss der in dieser Hitze schon sein - dass er noch nicht einmal merkt, dass er sich das Wasser nur eingebildet hat!"
Ja, es gibt hier keine Chance, dass auch nur ein Mensch auf dieser Welt "wirklich" überzeugend behaupten kann, er habe die "Wahrheit" herausgefunden. Jedem Menschen kann man nachsagen, er habe sich etwas eingebildet. Jedem.
Das bedeutet auch: Jeder Mensch kann sich nur selbst überzeugen. Wir können es nicht gegenseitig tun. Und wenn ein Mensch einen anderen Menschen von etwas überzeugen konnte, dann lag das nur daran, dass der andere bereits irgendwo schon offen war für diese Überzeugung.
Wenn jemand nicht selbst irgendwo bereit ist, eine bestimmte Sichtweise oder Erkenntnis oder Überzeugung zu übernehmen, dann hat niemand eine Chance.
Und auch das lässt mich jetzt noch einen Schritt weiter loslassen.
Wir können uns gar nicht gegenseitig von etwas überzeugen. Wir können uns nur gegenseitig als Auslöser für bestimmte schon in uns vorhandene Überzeugungen "zur Verfügung" stehen. Und wir können gemeinsame Überzeugungen, Erkenntnisse, Sichtweisen einfach genießen, wenn wir die Gemeinsamkeit entdecken durften.

Eines noch: Dieses Loslassen, den anderen überzeugen zu müssen, beinhaltet nicht das Loslassen von meinen eigenen Überzeugungen. Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass das Wasser, das ich gefunden habe, echt ist.
Übertragen: Ich "weiß", dass meine Erfahrungen beim Familienstellen und die Phänomene im Alltag im Kontakt mit anderen Menschen "echt" sind - und dass die Sichtweisen, die ich entwickeln durfte, bei mir ganz klasse wirken und mich wohl fühlen lassen und sehr vieles in mir vollständig geklärt haben. Diese Klarheit ist da. Auch wenn mich jemand damit als "überheblich" oder "zu wenig demütig" einstuft. Das ist dann seine echte Realität.  :-) 


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